Wirtschaft
Droege beteiligt sich mit 60 Prozent an Weltbild.
Droege beteiligt sich mit 60 Prozent an Weltbild.(Foto: dpa)

Überraschende Wende: Weltbild geht an Droege

Wochenlang verhandelt der Weltbild-Insolvenzverwalter mit dem Investor Paragon. Jetzt gibt es den Paukenschlag: Er zaubert einen neuen Käufer aus dem Hut.

Der Medienkonzern Weltbild will mit einem anderen Investor als bisher geplant wieder auf die Beine kommen. Insolvenzverwalter Arndt Geiwitz gab dem Düsseldorfer Familienunternehmen Droege International Group den Zuschlag und brach die Verhandlungen mit dem Münchner Finanzinvestor Paragon Partners ab. Geiwitz begründete die Trennung mit "unterschiedlichen Positionen bezüglich Strategie, Finanzierung und Konzeptionen".

Der Insolvenzverwalter will nun gemeinsam mit Droege die Sanierung mit dem geplanten Abbau von Stellen und Buchläden fortsetzen: "Die Restrukturierung für sich ist noch nicht abgeschlossen", sagte Geiwitz. Droege zeichne eine Kapitalerhöhung von 20 Millionen Euro und erhalte im Gegenzug eine 60-prozentige Beteiligung. Die übrigen 40 Prozent halte er selbst für die Gläubiger des Unternehmens. Außerdem stelle der Investor dem Konzern einen "nennenswerten Betrag" als Darlehen zur Verfügung, das aber nicht sofort benötigt werde.

Geiwitz will Weltbild in Deutschland als Rivalen des US-Versandhändlers Amazon profilieren und erwartet eine baldige Rückkehr in die schwarzen Zahlen. "Wir planen einen marginalen Verlust fürs nächste Geschäftsjahr. Vielleicht gelingt es uns auch, das komplett zu drehen." Der Investor Walter Droege erklärte, Weltbild habe mit seinen Marken, dem treuen Kundenstamm und der vielfältigen Präsenz eine gute Basis, um sich zu einem leistungsstarken Multikanal-Anbieter zu entwickeln. Droege erwirtschaftete im vergangenen Jahr mit einem Portfolio von 125 Unternehmen verschiedener Branchen einen Umsatz von 7,6 Milliarden Euro. Als Ziel nennt der Konzern anders als viele Finanzinvestoren, seine Beteiligungen langfristig zu halten und weiterzuentwickeln.

Wandel unterschätzt

Anfang Mai hatte Geiwitz noch Paragon Partners als Investor präsentiert. Paragon hatte sich mit 51 Prozent an Weltbild beteiligen sollen, während die Gläubiger 49 Prozent übernehmen sollten. Doch die Verhandlungen zogen sich in die Länge, am Dienstagabend lud Gewitz schließlich zu einer Pressekonferenz am Mittwoch - ohne Paragon.

Die katholische Kirche hatte ihrem defizitären Buchkonzern Anfang des Jahres den Geldhahn zugedreht. Weltbild war im Besitz der deutschen Bistümer zu einer der Branchengrößen aufgestiegen. Doch die Augsburger mussten nach jahrelangen Verlusten einräumen, das Tempo des digitalen Wandels in der Branche unterschätzt zu

Quelle: n-tv.de

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