Wirtschaft
Was attraktiv ist, darüber lässt sich streiten.
Was attraktiv ist, darüber lässt sich streiten.(Foto: REUTERS)

Gestatten, unser Name ist FANG: Wie geht es den Tech-Überfliegern?

Von Daniel Saurenz und Egmond Haidt

Facebook, Amazon, Netflix und Google – bei den großen US-Technologietitel läuft es prächtig. "Feingold Research" hat sich die vier Aktien einmal genauer angesehen, um herauszufinden, was sie taugen.

Es mutet schon verrückt an. Da dominiert die Riege der US-Technologiefirmen die halbe Welt, doch Angst hat sie vor einem Mann wie Donald Trump. Jüngst trafen sich sogar Tim Cook, Larry Page und Elon Musk an der Küste Georgias bei einer Veranstaltung, um die Verhinderung Trumps als Präsident zu erörtern. Dabei könnte gerade Larry Page extrem entspannt sein. Google läuft wie Facebook, Amazon und Netflix den alten Platzhirschen wie etwa Apple davon. Die vier Überflieger werden übrigens als FANGs bezeichnet, der Name ist aus ihren Anfangsbuchstaben zusammengesetzt - obwohl Google mittlerweile Alphabet heißt. 

Schauen wir uns Netflix an, deren Serie "House of Cards" ein schöner Vorgeschmack auf Trump wäre: Der Serienanbieter, auch bekannt durch "Fargo" – unserem Serienliebling -  sowie "Better Call Saul", erschließt weltweit ein Millionenpublikum. Billig ist die Aktie keineswegs, gekauft wird sie trotzdem. Die Onlinevideothek hat es geschafft Investoren zu überzeugen, erst auf die möglichen Gewinne in fünf oder noch mehr Jahren zu achten und die anhaltend schwache Profitabilität völlig zu ignorieren.

Der Börsenwert von Netflix liegt bei astronomischen 40 Mrd. Dollar. Das ist rund das 350fache des vom Konsens der Analysten für 2016 geschätzten Gewinns und zeigt, wie viel Luft in der Aktie steckt. Erholt hat sie sich nach dem Ausverkauf im Februar trotzdem sehr zügig, für Trendfolger ein gutes Zeichen.

Amazon ist Anlegers Liebling

Auch Amazon fuhr 2016 bisher Achterbahn. Von 680 Dollar ging die Aktie nach den Quartalszahlen bis auf 480 Dollar in die Knie. Bei einem Kurs-Gewinn-Verhältnis von 120

liefert man besser keine schwachen Ergebnisse ab. Doch kaum waren die enttäuschenden Zahlen verdaut, legte die Aktie des weltgrößten Internethändlers eine satte Rally hin.

Gehört man aber zu den angesagten FANG-Aktien, sind die Sorgen nach kurzer Zeit wieder vergessen - und man legt beim Börsenwert wieder um 50 Milliarden auf 275 Milliarden Dollar innerhalb von drei Wochen zu.

Am konservativsten unter den FANGs ist Alphabet  - ehemals Google. Alphabet-Chef Larry Page hat es geschafft: Er hat starke Ergebnisse vorgelegt und damit den Konzern zweitweise zum wertvollsten Unternehmen der Welt gemacht. Der Börsenwert lag in der Spitze bei rund 545,4 Mrd. Dollar, womit kurzzeitig Apple (534,6 Mrd. Dollar) auf den zweiten Rang verdrängt wurde. Für das vergangene Quartal hatte der Suchmaschinenbetreiber bei einem Umsatzplus von 18 Prozent den Gewinn deutlich stärker gesteigert als Investoren erwartet hatten.

Facebook überzeugt

Der vierte FANG im Bunde ist Facebook. Das Netzwerk hat Investoren mit einer Beschleunigung des Umsatzwachstums begeistert. Inzwischen stammen rund 80 Prozent der Werbeeinnahmen aus dem mobilen Bereich, womit Facebook ein Profiteur dieser Entwicklung ist. Hinter Microsoft (432,7 Mrd. Dollar) ist Facebook mit einem Börsenwert von 327,6 Mrd. in der Weltrangliste auf Platz 4 aufgestiegen. Ebenso wie Google hatte Facebook hervorragende Quartalsergebnisse vorgelegt, woraufhin Analysten ihre Kursziele reihenweise angehoben haben.

Investierbar ist das Paket aus Facebook, Amazon, Netflix und Google neuerdings auch mit einem Index. Der sogenannte FANG-Index ist ein Aktienindex, der sich aus den vier Titeln zusammensetzt. Wer es defensiver mag, kann über Discountzertifikate auf einzelne FANGs setzen.

So rät Stefano Angioni, Derivateexperte der DZ Bank: "Im aktuellen Marktumfeld bietet es sich an, mit einer Art Sicherheitspuffer zu investieren. Denn auch wenn Tech-Werte aussichtsreich blieben, so besteht nach wie vor Rückschlagpotenzial. Discountzertifikate können ihre Stärken in leicht fallenden, stagnierenden und steigenden Märkten ausspielen." So wie das Papier auf Amazon mit der WKN DG9S80, dessen Preis rund 20 Prozent unterhalb des aktuellen Aktienkurses liegt und als Sicherheitspuffer gegen fallende Kurse dient. Die Renditechance macht bis zur Fälligkeit im Dezember dennoch 10 Prozent p.a. aus.

Während der Durchschnitt der Analysten die Kursziele der vier besprochenen Aktien mehr als 20 Prozent höher ansiedelt, mahnen Zweifler die angesprochen hohen Bewertungen dieser Unternehmen an. Deshalb stellen wir Ihnen neben dem Indexpapier auch Knock-out-Papiere für steigende oder fallende Kurse vor, denn auch für aktive Trader könnten die FANGs interessant sein. Auf der Long-Seite ist man bei den FANGs mit Hebel 4 und der WKN DL1717 unterwegs. Wer an die zweite Korrekturwelle bei den US-Aktien glaubt und auch die FANGs als zu teuer erachtet, schaut sich dagegen das Short-Papier mit WKN DL1721 und Hebel 4 genauer an.

Dieses Papier könnte gefragt sein, wenn man wirklich von einem Präsidenten Donald Trump ausgeht. Denn mit seinen Vorschlägen auch zur Behandlung der Superreichen und der großen Konzerne dürfte er mindestens für eine Menge Unruhe sorgen - und wäre kein guter Fang für das Quartett.

Disclaimer: Dieser Beitrag stellt keinerlei Empfehlung zum Kauf oder Verkauf von Aktien oder Anlageprodukten dar. Für die Richtigkeit der Daten wird keine Haftung übernommen.

Quelle: n-tv.de

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