Wirtschaft
Das Überangebot werde 2016 anhalten, prognostiziert die IEA.
Das Überangebot werde 2016 anhalten, prognostiziert die IEA.(Foto: picture alliance / dpa)

Energie-Agentur: Überangebot bleibt: Wie weit wird der Ölpreis noch fallen?

Kaum eine Frage ist auf den Finanz- und Rohstoffmärkten umstrittener als die, in welche Richtung sich der Ölpreis entwickelt. Die Internationale Energie-Agentur rechnet nicht mit steigenden Preisen. Aber zehn Dollar pro Fass hält sie für unrealistisch.

Nach monatelangem Ölpreis-Verfall ist laut Internationaler Energie-Agentur (IEA) auch in diesem Jahr keine Entspannung der Märkte in Sicht. Das Überangebot werde vielmehr noch das gesamte Jahr anhalten, sagte die in Paris ansässige Agentur voraus. Sie berät 28 Industrieländer in Energiefragen.

"Es ist schwer vorstellbar, wie die Ölpreise auf kurze Sicht signifikant steigen könnten", so die IEA in ihrem Monatsbericht. "Unter diesen Umständen haben sich die kurzfristigen Risiken für einen Preisrückgang erhöht."

Die Gründe für die Prognose: Die Schiefergas-Förderung in den USA gehe trotz des Preisverfalls nur langsam zurück. Außerdem sei es unwahrscheinlich,  dass sich die Organisation erdölexportierender Staaten (Opec) mit anderen Öl-Förderern auf eine Drosselung der Produktion einige. Zudem dränge der Iran nach dem Wegfall der Sanktionen zurück auf den Ölmarkt.

Einen Beitrag zur globalen Überversorgung leisteten auch die kommerziellen Ölvorräte, die im Dezember um 7,6 Millionen auf mehr als drei Milliarden Barrel (je 159 Liter) zulegten. Im Januar dürften sie weiter gestiegen sein, fügte die IEA hinzu. Die IEA rechnet in diesem Quartal mit einem Lageraufbau von zwei Millionen Barrel, gefolgt von einer Aufstockung um 1,5 Millionen im zweiten Quartal.

Die IEA rechnet nicht mit einem Anstieg der Ölpreise, wies aber auch extreme Prognosen für einen Rückgang auf zehn Dollar je Barrel zurück. Für ein Fass werden derzeit um die 30 Dollar fällig, im vergangenen Jahr waren es zeitweise 115 Dollar.

Der niedrige Ölpreis setzt der Wirtschaft von Förderstaaten wie Russland, Venezuela und Saudi-Arabien sowie den Energiekonzernen massiv zu. Anders als in früheren Zeiten drosselt die Opec ihre Produktion nicht, was den Preisen Auftrieb geben würde. Doch das Kartell will seinen Marktanteil gegen die wachsende Konkurrenz von US-Schiefergas-Produzenten verteidigen.

Quelle: n-tv.de

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