Wirtschaft
Seit dem Börsencrash im Juni 2015 gehen chinesische Behörden verstärkt gegen Insiderhandel vor.
Seit dem Börsencrash im Juni 2015 gehen chinesische Behörden verstärkt gegen Insiderhandel vor.(Foto: REUTERS)

Zhou Chengijan geht nicht ans Handy: Wieder verschwindet chinesischer Milliardär

Seit Monaten verschwinden einige der reichsten und einflussreichsten Business-Titanen Chinas. Die einen tauchen wieder auf, andere nicht. Nun ist der Gründer einer Mode-Kette nicht mehr erreichbar.

Der chinesische Milliardär Zhou Chengijan ist unauffindbar. Chinesischen Medien zufolge wurde der Gründer der Modekette Metersbonwe wie vor ihm andere Geschäftsleute auch von der Polizei in Gewahrsam genommen. Es ist unklar, ob der Milliardär verhaftet wurde oder im Rahmen von Ermittlungen gegen Dritte befragt werde Offenbar ist Zhou bereits seit Mittwochabend nicht mehr zu erreichen. Die Aktien von Metersbonwe wurden an der Börse mittlerweile vom Handel ausgesetzt.

Laut "China Daily" soll Zhous im Rahmen von Untersuchungen wegen möglicher Aktienkursmanipulationen den Ermittlern helfen. "Forbes" zufolge wird in einigen chinesischen Medien vermutet, Zhous Verschwinden stehe im Zusammenhang mit der Festnahme des Hedgefons-Managers Xu Xiang. Ihm wird Insiderhandel vorgeworfen. Xu soll mit dem Kauf und Verkauf von Metersbonwe-Aktien innerhalb von sechs Monaten fast 70 Millionen Dollar verdient haben.

Seit dem großen Börsencrash im Sommer hat die Staats- und Parteiführung des Landes zahlreiche Untersuchungen gegen Finanzfirmen und deren Chefs sowie gegen andere Geschäftsleute eingeleitet. Sie stehen im Zusammenhang mit Ermittlungen wegen Insiderhandels und der Ankündigung von Präsident Xi Jinping, gegen die in China allgegenwärtige Korruption vorzugehen.

Mitte Dezember war der "Warren Buffett Chinas" für ein paar Tage unauffindbar. Als Guo Guangchang, einer der reichsten Chinesen, wieder auftauchte, äußerte er sich nicht zu seinem Verschwinden.

Quelle: n-tv.de

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