Wirtschaft
Rückenwind für neue Aktien: Windeln.de kommt offenbar zur rechten Zeit.
Rückenwind für neue Aktien: Windeln.de kommt offenbar zur rechten Zeit.(Foto: picture alliance / dpa)
Dienstag, 05. Mai 2015

"Der Börsengang wird uns helfen": Windeln.de erreicht halbe Milliarde

Schnuller, Lätzchen, Babybrei: Windeln.de, ein Unternehmen für Kleinkindbedarf, setzt voll auf "Wachstum". Bei Anlegern kommt der neue deutsche Börsenstar offenbar sehr gut an. Gespannt warten Analysten auf den ersten Kurs.

Der Ausgabepreis steht fest: Der Online-Babyartikelhändler Windeln.de schafft den Sprung an die Börse offenbar mit Leichtigkeit. Bis zu 11,4 Millionen Aktien wurden zu einem Preis von je 18,50 Euro zugeteilt, wie das Unternehmen mitteilte. Am Mittwoch feiert Windeln.de in Frankfurt sein Börsendebüt. Der Ausgabepreis liegt in der Mitte der Preisspanne, die Aktien seien deutlich überzeichnet gewesen, heißt es.

Börsianer messen dem Neuling auf dem Parkett ein bemerkenswertes Gewicht bei: Aus den bisher vorliegenden Daten lässt sich für die erst fünf Jahre alte Start-up-Firma eine Marktbewertung von rund 500 Millionen Euro errechnen.

Der Börsengang bringt dem Unternehmen eine Summe von 211 Millionen Euro ein. 127 Millionen davon gehen an den neuen deutschen Börsenstar selbst. Mit dem Geld will Windeln.de unter anderem einen Internet-Shop für Kinder starten, die aus dem Babyalter herausgewachsen sind.

Der Storch bringt die Windeln? Windeln.de funktioniert online, mobil und international.
Der Storch bringt die Windeln? Windeln.de funktioniert online, mobil und international.(Foto: picture alliance / dpa)

"Wir glauben, dass windeln.de sehr gut positioniert ist, um die Chancen in unserem Markt zu ergreifen", sagte Konstantin Urban, Vorstand und einer der Gründer von Windeln.de. "Der Börsengang wird uns dabei helfen, unseren Wachstumskurs weiter fortzusetzen."

Starke China-Connection

Das Unternehmen schreibt unter dem Strich zwar noch rote Zahlen, der namensgebende Online-Shop ist aber angeblich bereits profitabel. Windeln.de profitiert vor allem von der Nachfrage aus China nach deutschem Milchpulver und anderen Babyartikeln. Kunden aus dem Reich der Mitte sorgen für mehr als 50 Prozent des Umsatzes. Nach Aufsehen erregenden Skandalen gilt Milchpulver aus Deutschland unter chinesischen Kunden als Garant für Qualität und Lebensmittelsicherheit.

Nach dem Börsengang werden sich bis zu 42 Prozent der Aktien im Streubesitz befinden. Die Altaktionäre, darunter mehrere Wagniskapital-Finanzierer, die beiden Firmengründer Urban und Alexander Brand sowie die kurz vor dem Börsengang eingestiegenen Banken Goldman Sachs und Deutsche Bank, gaben im Schnitt nur ein Viertel ihrer Anteile ab.

Sixt Leasing folgt im Windelschatten

Die gute Resonanz hatte sich im Vorfeld bereits abgezeichnet. Windeln.de ist das erste deutsche Unternehmen, das den Aufwärtstrend an den Börsen im Frühjahr zum Sprung an den Finanzmarkt nutzt. Die Leasing-Tochter des Autovermieters Sixt folgt auf dem Fuße. Hier läuft die Zeichnungsfrist am Mittwoch ab, das Börsendebüt soll am Donnerstag folgen.

Bei Sixt Leasing hatte es laut Insidern gerade einmal drei Stunden gedauert, bis genügend Orders eingegangen waren, um das Auftragsbuch einmal zu füllen. Inoffiziell haben die Investmentbanker die Spanne daher auf 19,00 bis 21,30 Euro eingeengt. Ursprünglich lag das untere Ende bei 17,90 Euro.

Wacker Chemie bietet Silizium-Aktie an

Sixt zählt das Geschäft mit Leasing, dem Management ganzer Fahrzeugflotten und dem Verkauf von Neuwagen im Internet nicht mehr zum Kerngeschäft und entlässt die Tochter deshalb in die Unabhängigkeit. Die Muttergesellschaft will den Anteil an Sixt Leasing mit dem Börsengang bis auf 40 Prozent abschmelzen lassen. Insgesamt hat die Emission ein Volumen von bis zu 263 Millionen Euro.

Auch der Spezialchemiekonzern Wacker will einen Unternehmensteil über einen Börsengang abspalten: das in der Siltronic AG gebündelte Geschäft mit Silizium-Wafern für die Chip-Herstellung. Der offizielle Startschuss für die Neuemission wird noch im zweiten Quartal erwartet.

Quelle: n-tv.de

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