Wirtschaft
Auch das Eon-Kernkraftwerk Grafenrheinfeld soll im Mai 2015 stillgelegt werden.
Auch das Eon-Kernkraftwerk Grafenrheinfeld soll im Mai 2015 stillgelegt werden.(Foto: imago stock&people)
Montag, 01. Dezember 2014

Rückbau von Kraftwerken ausgelagert: Wird AKW-Abbau zu teuer für Eon-Tochter?

Die Betreiber von Atomkraftwerken müssen die Meiler nach der Abschaltung selbst abbauen. In Berlin gibt es nun Sorgen, dass die von Eon neu geschaffene Gesellschaft dafür nicht aufkommen kann. Denn dann müsste der Staat einspringen.

Die Grünen warnen beim radikalen Umbau des Energiekonzerns Eon vor erheblichen Risiken für die Steuerzahler. "Ich befürchte, dass Eon eine Bad Bank für seine sieben Atomkraftwerke schafft, die von den Steuerzahlern gerettet werden muss", sagte die Energie-Expertin der Grünen-Bundestagsfraktion, Bärbel Höhn. Der Begriff "Bad Bank" stammt aus der Finanzkrise – damals lagerten Banken faule Kredite in Milliardenhöhe in Gesellschaften aus.

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Eon will seine Geschäfte mit Atom, Kohle und Gas in eine neue Gesellschaft abspalten und später an die Börse bringen. Höhn glaubt, dass diese Gesellschaft nicht genug Gewinn machen würde, um den Rückbau und die Entsorgung der still gelegten Atommeiler vollständig zu finanzieren. In Deutschland müssen die Betreiber von Kernkraftwerken Milliarden Euro zurücklegen, um nach dem Atomausstieg 2022 die Meiler abzubauen und den radioaktiven Brennstoff zu lagern.

Ministerium: Versorgung gesichert

Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel ist sich der Gefahr auch bewusst und will gegensteuern: "Eon ist dafür verantwortlich, und wir werden dafür sorgen, dass die Entsorgung sichergestellt ist", sagte er. Eon wies die Befürchtungen zurück. Das Unternehmen habe für den Abriss der deutschen Meiler und den Atommüll rund 14,5 Milliarden Euro zurückgelegt, sagte Vorstandschef Johannes Teyssen. Die Höhe sei ausreichend.

Mit Blick auf befürchtete Entlassungen sagte Gabriel, dass er keinen Verlust von Arbeitsplätzen erwarte. Der SPD-Chef bewertete es als positiv, dass Eon den Bereich der fossilen Kraftwerke schuldenfrei an die Börse bringen will. Die Entscheidung des Stromriesen sei kein Ausstieg aus der Kohlekraft, "sondern sie spalten das Unternehmen auf".

Gabriels Ministerium versicherte, dass die Versorgungssicherheit durch den Schritt nicht gefährdet sei. Ob eine kartellrechtliche Prüfung nötig wird, "ist aber momentan für mich noch nicht absehbar", erklärte Sprecherin Tanja Alemany. Eine Prüfung nach dem Außenwirtschaftsgesetz hält das Wirtschaftsministerium hingegen für unwahrscheinlich.

Quelle: n-tv.de

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