Wirtschaft
Deutschlands Exportstärke stößt international auf laute Kritik.
Deutschlands Exportstärke stößt international auf laute Kritik.(Foto: picture alliance / dpa)

Mit Vollgas ins neue Jahr: Wirtschaft rechnet mit sattem Export-Plus

Die erfolgsverwöhnte deutsche Exportbranche dürfte im kommenden Jahr wieder auf Rekordkurs gehen. Die Konjunkturexperten des DIHK rechnen auf Jahresbasis mit einem Plus von mehr als vier Prozent. Die Boom-Aussichten liefern neues Futter für Export-Kritiker.

Die deutsche Wirtschaft wird im kommenden Jahr nach einem Zeitungsbericht so viel exportieren wie nie zuvor. Wie die "Bild"-Zeitung berichtet, rechnet der Deutsche Industrie- und Handelskammertag (DIHK) für 2014 mit einem Exportumsatz von 1,45 Billionen Euro. Für die erfolgsverwöhnten deutschen Exporteure bedeutet das, im kommenden Jahr wird wieder voll durchgestartet. Im Vergleich zu 2013 würde der Umsatz einem Plus von mehr als vier Prozent entsprechen. Bereits Anfang des Monats hatte die DIHK ein Wachstum von vier Prozent prognostiziert hatte. Die Commerzbank legte mit 5,2 Prozent gar eine noch höhere Prognose vor.

Das zu Ende gehende Jahr lief für die Exportbranche vergleichsweise bescheiden. Der sonst eher optimistische Chef des Außenhandelsverbands BGA, Anton Börner, zog Anfang des Monats seine Bilanz: "Nüchtern gilt es festzuhalten, dass der deutsche Außenhandel im Jahresverlauf stagniert - trotz des Monatsrekords im Oktober", sagte er. Die Oktoberzahlen des Statistischen Bundesamtes machten aber durchaus Mut: Die Ausfuhren erreichten den Monats-Spitzenwert von 99,1 Milliarden Euro. Auch wenn nach den ersten zehn Monaten unterm Strich ein Minus von 0,7 Prozent zum Rekordjahr 2012 stand, gingen Beobachter davon aus, dass durch das dritte Monatsplus in Folge die Trendwende eingeläutet wurde.

Kritik an deutscher Stärke

Kritikern an der deutschen Exportstärke ist diese Entwicklung ein Dorn im Auge. Ökonomen argumentieren, dass der deutsche Überschuss bei den Ausfuhren auf Kosten der Krisenländer der Eurozone gehe. Der Konsum deutscher Güter werde im Ausland oft durch Schulden finanziert, argumentieren sie. Die EU-Kommission geht den Vorwürfen derzeit nach.

Kritik gibt es auch nicht nur aus Europa, sondern auch von internationalen von Handelspartnern wie den USA. Auch sie argumentieren, dass mit der deutschen Exportstärke Ungleichgewichte im weltweiten Handel verstärkt würden. In den USA übertreffen die Importe die Exporte deutlich.

Der DIHK sieht die Entwicklung in der deutschen Exportbranche jedoch aus rein deutscher Sicht positiv: "Das sichert Jobs in Deutschland. Denn jeder Dritte arbeitet mittlerweile für den Export", sagte DIHK-Hauptgeschäftsführer Martin Wansleben dem Blatt.

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Quelle: n-tv.de

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