Wirtschaft
(Foto: picture alliance / dpa)

Höhere Prognose: Wirtschaftsweise heben den Daumen

Die deutsche Wirtschaft wird in diesem Jahr ordentlich zulegen. Nach mehreren Instituten passt auch der Sachverständigenrat seine Erwartungen an. Doch die Experten finden auch mahnende Worte. Sorgen bereitet zudem der Krim-Konflikt.

Angesichts des guten Jahresauftakts un der sich aufhellenden Stimmungsindikatoren heben die Wirtschaftsweisen ihre Wachstumsprognose an. Insgesamt prognostizieren sie nun einen Anstieg des Bruttoinlandsprodukts um 1,9 Prozent. Dies sind 0,3 Punkte mehr als bislang angenommen, wie der Sachverständigenrat mitteilte. Mit ihrer neuen Prognose sind die Experten einen Tick optimistischer als die Bundesregierung, die für 2014 rund 1,8 Prozent Wachstum erwartet.

Wachstumsimpulse dürften vor allem aus dem Inland kommen. So sollte der private Konsum um 1,4 Prozent zulegen. Zwar wurde dies auch im Jahresgutachten angenommen. Doch nun hoben die Experten ihre Erwartungen für die Konsumausgaben des Staates um 0,1 Punkte auf 1,2 Prozent an.

Milder Winter beflügelt Bau

Ebenso rechnen sie nun mit höheren Ausrüstungsinvestitionen. Diese sollten um 6,3 Prozent zulegen, nachdem sie in den beiden Vorjahren noch gesunken waren. Auch bei den Bauinvestitionen sollte es nach einer Quasi-Stagnation wieder kräftig aufwärts gehen. Hier dürfte sich der milde Winter besonders auswirken. Optimistischer blickt der Rat zudem auf den Außenhandel. Dieser sollte nun leicht zum BIP-Wachstum beitragen.

Mit Blick auf den Arbeitsmarkt rechnen die Experten mit einem Anstieg der Beschäftigung um 0,7 Prozent auf durchschnittlich rund 42,1 Millionen. Zugleich sinkt die Arbeitslosenquote voraussichtlich leicht auf durchschnittlich 6,8 Prozent zu rechnen.

Nach unten angepasst haben die Wirtschaftsweisen indes ihre Inflationserwartungen. Rechneten sie bislang mit einem Preisanstieg um 1,9 Prozent, sehen sie die Inflationsrate nun bei 1,6 Prozent.

Eurozone legt zu

Und auch für die Eurozone zeigten sich die Wirtschaftsweisen optimistischer: Im gemeinsamen Währungsraum sollte das Bruttoinlandsprodukt um 1,3 Prozent zulegen. Bislang hatten sie ein Plus von 1,1 Prozent angenommen.

Zugleich richteten die Experten auch mahnende Worte an die Bundesregierung. "Der insgesamt bessere Ausblick für dieses Jahr darf jedoch nicht darüber hinwegtäuschen, dass die Bundesregierung im Bereich der Arbeitsmarkt- und Sozialpolitik Maßnahmen ergreift, die mittelfristig das Wachstumspotenzial der deutschen Volkswirtschaft beeinträchtigen können", hieß es. Die Experten kritisierten zuletzt vor allem Pläne zum gesetzlichen Mindestlohn, zu Mütterrente und Mietpreisbremse.

Krim-Krise ist größtes Konjunkturrisiko

Die Krim-Krise bezeichneten  die Wirtschaftsweisen als "größtes konjunkturelles Risiko für die Weltwirtschaft". Allerdings dürfte der unmittelbare Einfluss der Ukraine auf die globale Wirtschaft eher gering sein, da das BIP des Landes kleiner sei als das von Portugal oder Irland. "Zudem ist die Verflechtung der ukrainischen Wirtschaft mit den internationalen Finanz- und Gütermärkten nicht sehr hoch."

Mehr Brisanz habe hier die Rolle Russlands als Energielieferant. Im Falle einer Einschränkung des russischen Gas- und Erdölangebots als Reaktion auf internationale Sanktionen gegen das Land sei mit erheblichen Auswirkungen auf die Rohstoffpreise zu rechnen. "Zudem ist davon auszugehen, dass es zu Lieferengpässen in Europa käme." Deutschland wäre hiervon zwar besonders stark betroffen, da mehr als 30 Prozent der Importe von Erdöl und Gas aus Russland stammen. Allerdings dürfte es dann möglich sein, Energie von woanders zu beziehen.

Das Gremium veröffentlicht sein Jahresgutachten meist im November und aktualisiert dies dann im Frühjahr.

Quelle: n-tv.de

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