Wirtschaft

Vor allem bei Geringverdienern: Wochenendarbeit wird Normalfall

Immer mehr Arbeitgeber schicken ihre Beschäftigten ins "lange Wochenende" - aber nicht zum Entspannen, sondern an die Arbeit. Nur jeder dritte Arbeitnehmer hat einer DGB-Studie zufolge am Wochenende stets frei. Spurlos gehen die Einsätze an den Werktätigen nicht vorüber.

Von der DGB-Forderung aus den 1950er Jahren ist nicht viel übrig, auch wenn Mutti statistisch häufiger am Wochenende dem Arbeitgeber gehört.
Von der DGB-Forderung aus den 1950er Jahren ist nicht viel übrig, auch wenn Mutti statistisch häufiger am Wochenende dem Arbeitgeber gehört.(Foto: DGB)

Rund ein Drittel der Beschäftigtenin Deutschland muss einer Gewerkschaftsstudie zufolge regelmäßig am Wochenende arbeiten,ein weiteres Drittel ab und zu. Das ergab eine Umfrage des DGB, die der "FrankfurterRundschau" vorliegt. Der Anteil der Beschäftigten mit regelmäßiger Wochenendarbeitstieg demzufolge in den ergangenen 20 Jahren um rund zwei Drittel.

Üblich istder Dienst an Samstagen und Sonntagen der Umfrage zufolge vor allem im Gastgewerbe,wo vier von fünf Beschäftigten betroffen sind. Im Handel, in Sozial- undErziehungsberufen ist es demnach in etwa die Hälfte. Wer dagegen in einer Bank,einer Versicherung oder im Energiesektor arbeitet, hat am Wochenende in der Regelfrei, heißt es in der Studie.

Überdurchschnittlich viel am Wochenende arbeitetenBeschäftigte mit einem Bruttomonatseinkommen zwischen 800 und 1500 Euro und im Alterzwischen 26 und 35 Jahren. Frauen seien am Wochenende häufiger im Dienst als Männer,Teilzeitkräfte häufiger als Beschäftigte mit Vollzeitstellen.

Laut dem DGB-Papier gibtes einen Zusammenhang zwischen Wochenendarbeit und Überlastung. 62 Prozent der Wochenendarbeiterfühlen sich oft unter Zeitdruck, bei den Nur-Werktags-Arbeitnehmern haben diesesProblem etwa die Hälfte. Auch das Abschalten nach der Arbeit fällt Wochenendarbeiternschwerer.

Quelle: n-tv.de