Wirtschaft

"Meine Zeit ist zu Ende": Yahoo-Übergangschef geht

Ross Levinsohn verlässt Yahoo. Der Manager hatte den Konzern durch eine schwere Zeit geführt, nachdem sein Vorgänger mit Schimpf und Schande fortgejagt worden war. Levinsohn sollte von vornherein nur eine Zwischenlösung sein - aber er wollte offensichtlich mehr.

Ross Levinsohn: Seine Erfahrung mit Yahoo ist die beste seiner Karriere.
Ross Levinsohn: Seine Erfahrung mit Yahoo ist die beste seiner Karriere.(Foto: picture alliance / dpa)

Dieser Abgang bei Yahoo ist mal planmäßig: Nachdem die Internetfirma in der Google-Managerin Marissa Mayer eine neue Chefin gefunden hat, muss Interimschef Ross Levinsohn das Unternehmen verlassen. Er war selbst als Kandidat für die dauerhafte Besetzung des Postens gehandelt worden. In der Branche genießt er einen ausgezeichneten Ruf.

"Meine Zeit bei Yahoo ist zu Ende", erklärte Levinson in einer E-Mail an Freunde und Kollegen, aus der die "New York Times" und das "Wall Street Journal" am späten Vorabend zitierten. Yahoo sei eine klasse Marke, betonte er. "Dieses Unternehmen zu führen, gehört zu den besten Erfahrungen in meiner Karriere. Aber es ist an der Zeit für mich, eine neue Herausforderung zu suchen."

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Am heutigen Dienstag ist Levinsohns letzter Arbeitstag, wie Yahoo mitteilte. Levinsohn ist seit knapp zwei Jahren im Unternehmen und leitete das Mediengeschäft. Mitte Mai hatte er die Konzernleitung kommissarisch übernommen, nachdem der bisherige Chef Scott Thompson wegen eines geschönten Lebenslaufs Hals über Kopf gehen musste.

Marissa Mayer: die neue Frau an der Yahoo Spitze.
Marissa Mayer: die neue Frau an der Yahoo Spitze.(Foto: picture alliance / dpa)

Levinsohn legte in seiner kurzen Amtszeit nicht nur einen Patentstreit mit Facebook bei, den sein Vorgänger vom Zaun gebrochen hatte. Er band die beiden Internetfirmen durch eine erweiterte Partnerschaft auch enger aneinander. Levinsohn besiegelte auch den Verkauf von Anteilen an der chinesischen Internetplattform Alibaba, wodurch Yahoo 7,1 Mrd. US-Dollar zuflossen.

Große Erwartungen

Wo Levinsohn nun hingeht, blieb zunächst offen. Fest steht nur: Er kann auch eine Weile ohne Job gut überleben. Er bekommt zu seinem Abschied neben Yahoo-Aktien unter anderem ein volles Jahresgehalt samt Barbonus. Alleine sein Grundgehalt lag im vergangenen Jahr bei 700.000 US-Dollar. Insgesamt bekam er 2011 ein Gehaltspaket im Volumen von 12 Mio. US-Dollar.

Erst vor zwei Wochen war Marissa Mayer zur endgültigen Chefin von Yahoo berufen worden. Sie war zuvor eines der bekanntesten Gesichter von Google. Die 37-Jährige muss nun das lahmende Internet-Urgestein wieder in Schwung bringen. Yahoo hat im wichtigen Werbegeschäft Boden an Google und Facebook verloren. Deswegen läuft unter anderem ein Sparprogramm, dem 2000 der vormals 14.000 Yahoo-Mitarbeiter zum Opfer fallen.

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Quelle: n-tv.de

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