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Fed erwägt Zinserhöhung: Yellen kündigt Zinsdiskussion an

US-Notenbankchefin Yellen bereitet die Wirtschaft ganz vorsichtig auf eine mögliche Zinserhöhung im Laufe des Jahres vor. Vorerst will sie nur ein Wort aus den Fed-Erklärungen streichen. Selbst das könnte die Märkte schon beunruhigen.

Fed-Chefin Janet Yellen hat bei einer Anhörung vor dem US-Kongress versucht, die Finanzmärkte auf Zinserhöhungen in diesem Jahr vorzubereiten. Sie zeichnete insgesamt ein positives Bild der Wirtschaft, insbesondere des Arbeitsmarkts. "Der Arbeitsmarkt in den USA hat sich auf vielen Feldern verbessert", sagte Yellen in ihrem Eingangsstatement. Sollte sich die Wirtschaftslage weiter verbessern, werde die Fed damit beginnen, "von Sitzung zu Sitzung eine Erhöhung des Leitzinses in Betracht zu ziehen".

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Mit dieser Warnung verlagerte die Fed-Chefin die öffentliche Diskussion auf den Zinsausblick und weg von der Zusicherung, dass die Zinsen niedrig bleiben würden. Damit dürfte sich die Diskussion künftig um die Frage drehen, wann und in welchem Ausmaß die Fed die Zinsschraube anziehen wird. Seit Ende 2008 liegt der Leitzins nahe null.

Viele Fed-Vertreter haben jüngst gesagt, sie würden gerne die Option haben, die Zinsen zur Jahresmitte zu erhöhen, auch wenn sie nicht sicher seien, dass sie es tatsächlich tun werden. Seit Dezember 2014 hat die Fed öffentlich versichert, dass sie "geduldig" bei der Straffung der Geldpolitik sein wolle. Vor einer Zinserhöhung würde die Fed diese Zusicherung streichen, sagte Yellen in ihrer Erklärung.

Inflation ist Yellens Schlüssel zur Zinserhöung

Einen bedeutenden Teil ihrer Ausführungen widmete Yellen der Steuerung der Markterwartungen. Der Hintergrund: Die nächste zinspolitische Sitzung der Fed findet am 17. und 18. März statt und die Währungshüter sind besorgt, dass die Marktteilnehmer die Streichung des Wortes "geduldig" mit unmittelbar bevorstehenden Zinserhöhungen gleichsetzen und überreagieren könnten.

"Es ist wichtig zu betonen, dass eine Änderung der Orientierungshilfe nicht unbedingt bedeutet, dass die Fed die Zinsen in den nächsten paar Sitzungen erhöhen wird", sagte Yellen. Allerdings, fügte sie hinzu, könnte eine Änderung der Orientierungshilfe die Tür für Diskussion über Zinserhöhungen bei den kommenden Sitzungen öffnen. "Eine solche Änderung sollte so verstanden werden, dass sich die Lage nach Einschätzung der Fed bis zu einem Punkt verbessert hat, von dem an es bald dazu kommen kann, dass eine Änderung des Leitzinses bei jeder Sitzung möglich ist", sagte Yellen.

Die oberste US-Währungshüterin machte klar, dass die Inflationsentwicklung der Schlüssel für die Entscheidung sein wird, wann die Zinsen steigen. Seit fast drei Jahren liegt die Inflation unter dem Fed-Zielwert von 2 Prozent. Wegen des Absturzes des Ölpreises dürfte dies noch für eine Weile so bleiben. Die niedrige Inflation könnte die Währungshüter daher zwingen, mit den Zinserhöhungen noch abzuwarten.

Quelle: n-tv.de

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