Wirtschaft
Mit Janet Yellen stünde wieder eine "Taube" an der Fed-Spitze.
Mit Janet Yellen stünde wieder eine "Taube" an der Fed-Spitze.(Foto: REUTERS)

Yellen soll Bernanke folgen: US-Notenbank bekommt eine Chefin

Am 23. Dezember feiert die Federal Reserve ihren 100. Geburtstag, kurz darauf muss der Chefposten des Instituts neu besetzt werden. Die Entscheidung ist nun gefallen und freut die Finanzmärkte und Demokraten. Bei den Republikanern sind die Gesichter aber lang.

An die Spitze der US-Notenbank Federal Reserve (Fed) wird erstmals eine Frau rücken. Wie das US-Präsidialamt mitteilte, wird Präsident Barack Obama um 21.00 Uhr MESZ Janet Yellen zur neuen Chefin der Zentralbank berufen. Die bisherige Vize-Präsidentin der Fed soll Ben Bernanke nachfolgen, dessen Amtszeit Ende Januar 2014 abläuft.

Yellen gilt als "Taube". Sie steht damit wie Bernanke - im Gegensatz zu den "Falken" - für eine Fortsetzung der ultra-lockeren Geldpolitik der vergangenen Jahre. Ihr fällt die schwierige Aufgabe zu, angesichts der wirtschaftlichen Erholung die üppigen Konjunkturhilfen der Fed allmählich zu drosseln. Bislang war der Notenbank die Belebung nicht stark genug, um ihre massiven Wertpapieraufkäufe zurückzufahren.

Senat muss noch zustimmen

Nach dem überraschenden Verzicht des früheren Finanzministers Lawrence Summers galt Yellen als Top-Favoritin für die Bernanke-Nachfolge. Die 67-jährige frühere Professorin ist eine ausgewiesene Arbeitsmarktexpertin. Ihr wird jedoch nachgesagt, keinen engen Draht zum Präsidialamt zu haben.

Yellens Nominierung muss noch vom Senat bestätigt werden. Dies gilt als wahrscheinlich, da Obamas Demokraten in der Parlamentskammer die Mehrheit haben. Anders als Summers hat Yellen starke Unterstützung von den Demokraten erhalten. Unter den Republikanern herrscht dagegen größere Skepsis. Viele befürchten, dass die extrem laxe Geldpolitik der Fed zu Blasen an den Märkten führen und die Inflation in ungewollte Höhen treiben könnte.

Yellens Nominierung kommt aber inmitten eines schweren Finanzstreits in Washington. Die US-Regierung muss derzeit ohne Haushalt operieren, nachdem sich der Kongress nicht auf einen Übergangsetat hatte verständigen können. Das hat zu einem teilweisen Verwaltungsstillstand geführt. Außerdem herrscht Uneinigkeit über die Mitte Oktober anstehende Erhöhung des US-Schuldenlimits.

Am Aktienmarkt, der zuletzt durch den anhaltenden US-Haushaltsstreit belastet wurde, sorgte die bevorstehende Nominierung Yellens für positive Reaktionen. Der Terminkontrakt auf den US-Börsenindex S&P-500 notierte im frühen asiatischen Handel 0,3 Prozent im Plus.

Die Analystin Annette Beacher von TD Securities in Singapur sprach von einer guten Nachricht für die Finanzmärkte. Mit Yellen werde die erwartete Drosselung wahrscheinlich frühestens im März beginnen.

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Quelle: n-tv.de

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