Wirtschaft
Die chinesische Zentralbank hat die Landeswährung Yuan überraschend deutlich aufgewertet.
Die chinesische Zentralbank hat die Landeswährung Yuan überraschend deutlich aufgewertet.(Foto: REUTERS)

Pekings Zentralbank zeigt Stärke: Yuan auf höchstem Stand seit Monaten

Von Diana Dittmer

Der Währungskrieg zwischen den USA und China scheint vorerst vom Tisch. Der Yuan ist zurück auf dem Niveau von Mitte August. Zur Freude der USA, aber zum Leidwesen der Hedgefonds, die gegen China gewettet haben.

China tritt den Sorgen vor einer weiteren Abwertung des Yuan entschieden entgegen. Die People's Bank of China fixte den Dollar/Yuan-Kurs am Freitag bei 6,4628 und damit deutlich niedriger als Donnerstag, als der Kurs bei 6,4961 festgestellt wurde. Der Rückgang war der Stärkste innerhalb eines Tages seit November 2015.

Laut dem Tweet des Chefstrategen von IG Markets war es mit 0,5 Prozent die drittgrößte Aufwertung des Yuan seit Aufzeichnung. IG Markets ist nach eigenen Angaben weltweiter Marktführer für die Derivate CFDs und Online Trading.

Nach dem Fixing setzte der Yuan seine Aufwärtsbewegung zum Dollar fort bis auf 6,4434, was einem Vier-Monatshoch entspricht. Die chinesische Währung bewegt sich damit wieder auf Niveaus wie zu Zeiten von Mitte August, als die Zentralbank in Peking die Währung um zwei Prozent abwertete.

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Besonders zum Leidwesen der USA hatte der Yuan seit vergangenem Jahr zum Dollar mehr als fünf Prozent nachgegeben. Amerika fürchtete bei dem Wechselkursverhältnis zum Dollar um seinen wichtigsten Absatzmarkt.

Mit Milliardensummen aus den gewaltigen Devisenreserven des Landes versucht Peking seit Monaten, diesen Abwärtstrend zu stoppen. Allein in den vergangenen drei Monaten schmolzen die Reserven um rund 236 Milliarden Dollar (212 Milliarden Euro) auf nun noch 3,2 Billionen Dollar - das ist der niedrigste Stand seit 2011.

Die People's Bank of China musste sich immer wieder den Vorwurf gefallen lassen, einen Währungs- bzw. Handelskrieg anzetteln zu wollen. Im Zusammenhang mit den wirtschaftliche Problemen Chinas eine Abwertung Abwertung der Landeswährung ein durchaus probates Mittel, um chinesische Waren im Ausland billiger zu machen. Chinas Wirtschaft wächst so langsam, wie seit 25 Jahren nicht mehr, der Außenhandel des Landes schwächelt. Deshalb hat Peking gar keine andere Wahl, als seine Währung erst einmal abzuwerten, um gegenüber anderen Ländern wettbewerbsfähig zu bleiben. Die Stabilität des Yuan wird mit Hilfe eines Korbs aus verschiedenen Währungen gesteuert. Die Zentralbank erlaubt dem Yuan eine Schwankungsbreite von 2 Prozent.

Fed holt den Dollar runter

Die jüngste Entscheidung der US-Notenbank trug ihrerseits einen großen Teil dazu bei, den Dollar zu schwächen. Fed-Chefin Janet Yellen ließ den Zinssatz am Mittwoch unberührt. Zudem kündigte sie an, dass in diesem Jahr nur zwei statt vier Zinserhöhungen zu erwarten seien. Diese Maßnahme bremste den Dollar nicht nur zu Yuan und Yen sowie anderen asiatischen Währungen, sondern auch zu Euro und Austral-Dollar.

Problematisch könnte die Yuan-Aufwertung allerdings für die amerikanischen Hedgefonds werden, die im großen Stil auf eine weitere Abwertung gewettet haben. Einer der prominentesten und lautesten unter den Yuan-Shortern ist Kyle Bas. Der Hedgefonds-Manager sieht für Chinas Bankensektor großes Ungemach heranziehen. Er argumentiert, dass die kommunistische Regierung nicht genug Ressourcen habe, um eine Bankenkrise und eine scharfe Abwertung zu verhindern.

"Jeder hat diesen Glauben, dass China jederzeit nach Belieben den dreifachen Salto mortale hinkriegen kann", sagte der ehemalige Kunstspringer kürzlich. "Unsere Meinung ist, dass sie sich neu aufstellen müssen." Mit seiner Meinung steht der Spekulant aus Dallas nicht alleine da. Auch George Soros gehört mit zur Gang, die Yuan shorten. Peking ist das nicht verborgen geblieben.

Beobachter glauben bereits, die Regierung tue alles, damit die Wetten der westlichen Hedgefonds nicht aufgehen. Sie kämpfe damit gegen den Pessimismus, der von einer harten Landung der Wirtschaft Chinas ausgeht. Gelingt es Peking, die Hedgefonds zu zerquetschen, werden die Unkenrufe in Sachen harter Landung sicherlich leiser. Die Yuan-Aufwertung würde durchaus in dieses Bild passen.

Quelle: n-tv.de

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