Wirtschaft
Hinter jedem Monitor ein selbstständig denkender Kopf: Der ZEW-Index setzt sich aus einer Summe von rund 250 Einzeleinschätzungen zusammen.
Hinter jedem Monitor ein selbstständig denkender Kopf: Der ZEW-Index setzt sich aus einer Summe von rund 250 Einzeleinschätzungen zusammen.(Foto: dpa)

Überraschend freundlicher Ausblick: ZEW-Index deutet nach oben

Die Prognose fällt unerwartet günstig aus: Finanzmarktprofis schätzen die Aussichten für die deutsche Wirtschaft wieder etwas besser ein. Neugierig blicken Analysten auf die Kurse an der Börse. Die Reaktionen der Anleger fallen lustlos aus.

Hat gute Nachrichten für Deutschland: Der ZEW-Index steigt. Die Konjunkturbelebung werde allerdings zaghaft verlaufen, schränkt Clemens Fuest ein.
Hat gute Nachrichten für Deutschland: Der ZEW-Index steigt. Die Konjunkturbelebung werde allerdings zaghaft verlaufen, schränkt Clemens Fuest ein.(Foto: picture alliance / dpa)

Rosige Aussichten für die deutsche Wirtschaft: Der Index des Mannheimer Zentrums für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) zu den Konjunkturerwartungen am deutschen Finanzmarkt klettert im Juni um 2,1 Zähler auf 38,5 Punkte. Damit fiel der ZEW-Index besser aus als erwartet. Im Vorfeld befragte Beobachter hatten im Schnitt mit einem Anstieg auf 38,1 Punkte gerechnet.

"Die deutsche Konjunktur dürfte im zweiten Halbjahr 2013 an Fahrt aufnehmen", sagte ZEW-Präsident Clemens Fuest. "Die Ergebnisse der Umfrage deuten jedoch darauf hin, dass die Konjunkturbelebung zaghaft verlaufen wird. Fast die Hälfte der Umfrageteilnehmer erwartet, dass es im kommenden Halbjahr keine wesentlichen Konjunkturimpulse geben wird."

Die derzeitige Lage bewerteten die Finanzprofis etwas schlechter. Das Barometer fiel um 0,3 auf 8,6 Zähler. Hier hatten Ökonomen einen Anstieg auf 9,5 Punkte erwartet.

Das viel beachtete Stimmungsbarometer basiert auf einer Befragung deutscher Finanzmarktprofis und spiegelt deren Einschätzungen zur konjunkturellen Entwicklung in den kommenden sechs Monaten wieder. Im Rahmen der Umfrage flossen in die Indexberechnung nach Angaben des ZEW die Einschätzungen von 257 Anlegern und Analysten ein.

Der ZEW-Index wird monatlich neu berechnet. Im Mai hatte war der ZEW-Index nur um 0,1 auf 36,4 Punkte gestiegen. Die befragten Anleger und Analysten hatten damit die Aussichten für die deutsche Wirtschaft nur minimal besser beurteilt als im Vormonat.

Insgesamt reiht sich der aktuelle Stand des ZEW-Index ein in eine Serie ermutigender Konjunktursignale: Nach den April-Daten für die Industrieproduktion und den Auftragseingang zu urteilen, ist die deutsche Wirtschaft gut ins zweite Quartal gestartet. Die Frühindikatoren für den Folgemonat Mai sprachen für eine Fortsetzung dieses Trends, und auch für Juni wird ein Anstieg wichtiger Stimmungsindikatoren erwartet.

Im ersten Quartal war die deutsche Wirtschaft nur um 0,1 Prozent gewachsen. Im vierten Quartal 2012 war sie noch um 0,6 Prozent geschrumpft. Deutschland entwickelt sich damit nicht ganz so überzeugend wie erhofft. Die Wirkungen der Schuldenkrise, der schwächere Welthandel und der harte Winter wirkten offenbar noch nach. Allerdings nährten Produktion und Auftragseingänge im April die Hoffnung, dass es nun kräftiger bergauf geht.

Am deutschen Aktienmarkt nahmen Anleger die unerwartet freundlichen Konjunkturansichten gelassen auf: Der Dax verharrte nach Bekanntgabe des ZEW-Index am späten Vormittag wenig verändert schwach bei 8192 Punkten.

Quelle: n-tv.de

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