Wirtschaft
Leiharbeit ist stark umstritten: Hier wehren sich die Mitarbeiter eines VW-Werks bei einer Demonstration gegen die Arbeitsbedingungen.
Leiharbeit ist stark umstritten: Hier wehren sich die Mitarbeiter eines VW-Werks bei einer Demonstration gegen die Arbeitsbedingungen.(Foto: picture alliance / dpa)

50.300 Firmen verleihen Arbeiter: Zahl der Leiharbeitsbetriebe steigt

Eine Leiharbeitsfirma zu eröffnen scheint eine profitable Idee zu sein. Einem Medienbericht zufolge gibt es jedenfalls immer mehr Betriebe, die ihre Mitarbeiter anderen Firmen zur Verfügung stellen. Doch diese Praxis ist umstritten.

Die Leiharbeit ist in Deutschland weiter auf dem Vormarsch. Die Bundesagentur für Arbeit zählte im vergangenen Jahr knapp 50.300 Betriebe, die Arbeitnehmer anderen Unternehmen überlassen. Das geht aus einer Antwort der Regierung auf eine Anfrage der Grünen hervor, aus der die "Rheinische Post" zitiert.

2013 waren es noch rund 46.750 Leiharbeitsbetriebe. Die Zahl der Leiharbeiter erhöhte sich ebenfalls von knapp 867.000 im Jahr 2013 auf 961.000 im vergangenen Jahr. Das entspricht einem Plus von 3,3 Prozent.

Beate Müller-Gemmeke, Sprecherin für Arbeitnehmerrechte der Grünen-Fraktion, erklärte der Zeitung, Leiharbeit in Deutschland führe häufig in die Armut. Sie kritisierte, dass Betriebe mit Leiharbeit zu selten und dann auch noch mit vorheriger Ankündigung kontrolliert würden. Das sei ineffektiv und gehe zu Lasten benachteiligter Arbeiter. Der Antwort der Bundesregierung zufolge wurden 2015 rund 4800 Betriebe kontrolliert, das entspricht einem Turnus von etwa 4,5 Jahren je Betrieb. Aber nur in Einzelfällen erfolgt das ohne Ankündigung.

In Berlin streitet die Koalition immer noch um eine Reform von Leiharbeit und Werkverträgen. Bundesarbeitsministerin Andrea Nahles (SPD) will den Missbrauch von Leiharbeit und Werkverträgen eindämmen. Die CSU bremst die Ministerin jedoch in diesem Vorhaben.

Quelle: n-tv.de

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