Wirtschaft
Zalando wächst und wächst - und schreibt rote Zahlen.
Zalando wächst und wächst - und schreibt rote Zahlen.(Foto: picture alliance / dpa)

Börsengang ist "mögliche interessante Option": Zalando schreit nach Wachstum

Zalando scheint sich am Beispiel Amazon zu orientieren. Der weltgrößte Online-Händler setzt seit Jahren verstärkt auf Umsatzwachstum, vernachlässigt dabei aber den Gewinn. Zalando indes schreibt rote Zahlen.

Das Wachstum beim Online-Händler Zalando ist ungebremst - allerdings bleibt das Unternehmen auch weiter in den roten Zahlen. Der Umsatz stieg 2013 um mehr als 50 Prozent auf 1,8 Milliarden Dollar, wie Zalando mitteilte. "2013 war ein schwieriges Jahr für Modehändler in Kontinentaleuropa", sagte Vorstandsmitglied David Schneider.

Das Hauptproblem: Die Profitabilität verbesserte sich weniger als erhofft, wie Geschäftsführer Rubin Ritter einräumte. Die Ebit-Marge verbesserte sich um rund einen halben Prozentpunkt von 7,2 Prozent 2012. Ein Grund für die zurückhaltende Verbesserung seien branchenweit hohe Preisnachlässe nach einem milden Winter und späten Sommerbeginn gewesen. Zudem investierte Zalando in Logistik-Zentren. Die Rücksendequote sei stabil geblieben: Jeder zweite bestellte Artikel werde wieder zurückgeschickt, teilte der Versandhändler mit.

Wachstum noch wichtiger als Gewinn

Zalando hat sich binnen fünf Jahren aus kleinsten Anfängen zu Europas größtem Modeversender entwickelt. Ein Börsengang, über den immer wieder spekuliert wird, habe derzeit keine Priorität, erklärte Ritter. "Es ist eine mögliche interessante Option für die Zukunft." Die Umbildung in eine Aktiengesellschaft vor einigen Monaten sei keine Vorentscheidung dafür. Auch beim Sprung in die schwarzen Zahlen gebe es keinen Druck: Zalando wolle mittel- bis langfristig Geld verdienen, derzeit sei es aber wichtig, in den Ausbau des Geschäfts zu investieren.

Zalando verwies auch auf die vorhandene Netto-Liquidität von 350 Millionen Euro, mit der künftiges Wachstum finanziert werden könne. Die Chefin des Großaktionärs Kinnevik, Christina Stenbeck, wurde zur Aufsichtsratsvorsitzenden berufen.

Quelle: n-tv.de

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