Wirtschaft

Geliehene Erholung: Zeitarbeit trägt Jobaufschwung

Der starke Beschäftigungszuwachs im Boomjahr 2010 geht zum größten Teil auf die Zunahme der Zeitarbeit zurück. Mehr als die Hälfte der zusätzlichen Stellen sind Jobs für Leiharbeiter. Auch die Zahl der Minijobs legt weiter zu.

(Foto: picture alliance / dpa)

Zeitarbeit und befristeteJobs haben im vergangenen Jahr den deutschen Arbeitsmarkt beflügelt. Die sogenannteatypische Beschäftigung trug nach Angaben des Statistischen Bundesamtes zu gut 75Prozent zum Wachstum auf dem Arbeitsmarkt bei. Die Zahl der Minijobber, Teilzeitbeschäftigten,Menschen mit befristeten Jobs oder in Zeitarbeit stieg um 243.000 auf 7,84 Millionen.Insgesamt erhöhte sich die Zahl der abhängig Beschäftigten im Vergleich zum Vorjahrum 322.000 auf 30,9 Millionen.

Den größten Zuwachs gabes mit 182.000 Beschäftigten oder 32,5 Prozent bei den Zeitarbeitern. Diese Jobstrugen zu 57 Prozent zum Beschäftigungswachstum 2010 bei. Die befristete Beschäftigunglegte um 4,6 Prozent zu. Sie trug laut Bundesamt zu 38 Prozent zum Jobaufbau bei.Die Zahl der Teilzeitbeschäftigten stieg leicht um 0,6 Prozent, die der geringfügigBeschäftigten verringerte sich dagegen um 2,2 Prozent.

Im Krisenjahr 2009 war dieZahl der atypisch Beschäftigten im Vergleich deutlich um 129.000 gesunken. DieserRückgang sei mittlerweile mehr als ausgeglichen, erklärten die Statistiker. VieleUnternehmen nutzten in der Krise vor allem Zeitarbeit und befristete Beschäftigung,um auf den Konjunktureinbruch zu reagieren. Vor allem Zeitarbeiter verloren ihreJobs. Ihre Zahl sank 2009 um 8,5 Prozent.

Nach wie vor arbeiten deutlichmehr Frauen (5,5 Millionen) als Männer (2,3 Millionen) in atypischen Beschäftigungsverhältnissen.Die Frauen holen allerdings auf: Im vergangenen Jahr hatten 9,32 Millionen Fraueneinen "normalen" Job, 122.000 mehr als 2009. Die Zahl der Männer in Normalbeschäftigungsank dagegen um 44.000, die atypische Beschäftigung stieg um 171.000.

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Quelle: n-tv.de