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Der Zugangsstollen bei Steinach: "Bayern muss alles dafür tun, dass die Zulaufstrecke für Berlin eine zwingende Notwendigkeit wird:"
Der Zugangsstollen bei Steinach: "Bayern muss alles dafür tun, dass die Zulaufstrecke für Berlin eine zwingende Notwendigkeit wird:"(Foto: picture alliance / dpa)

"Bayern muss alles dafür tun": Tirol drängelt am Brenner

Beim Brenner-Basistunnel bekommen die Planer auf beiden Seiten der Alpen feuchte Hände: Das geplante Mega-Bauwerk zwischen Innsbruck und Franzensfeste droht im Zeitplan zurückzufallen. Jetzt sollen sich die Bayern mit ihren Baumaßnahmen beeilen.

Tunnelfans unter Tage: Der bayerische Innenminister Joachim Herrmann (r.) und der Tiroler Landeshauptmann Günther Platter im Zugangsstollen zum Brenner-Basistunnel bei Steinach.
Tunnelfans unter Tage: Der bayerische Innenminister Joachim Herrmann (r.) und der Tiroler Landeshauptmann Günther Platter im Zugangsstollen zum Brenner-Basistunnel bei Steinach.(Foto: picture alliance / dpa)

Das österreichische Bundesland Tirol erhöht bei den Planungen und Baumaßnahmen für den Brenner-Basistunnel (BBT) den Druck auf das Nachbarland im Norden. Bereits in wenigen Jahren soll der knapp 60 Kilometer lange Eisenbahntunnel auf der Strecke von Italien nach München den Brenner unterqueren - und damit eine der wichtigsten Verkehrsverbindungen der Alpen entlasten.

"Bayern muss alles dafür tun, dass die Zulaufstrecke für Berlin eine zwingende Notwendigkeit wird", sagte der Tiroler Landeshauptmann Günther Platter bei einem Ortstermin mit dem bayerischen Innenminister Joachim Herrmann in Steinach am Brenner.

Beim Ausbau der Schienenverbindungen, die später den Verkehr für das länderübergreifende Infrastrukturprojekt zusammenfassen sollen, sei Österreich schon sehr viel weiter. Herrmann betonte: "Wir stehen absolut zu dem Projekt und wollen nicht, dass Bayern zum Nadelöhr wird." Er wolle das Projekt "zügig voranbringen, aber nicht über die Köpfe der Bürger entscheiden - trotz des Zeitdrucks".

Herrmanns Bedenken beziehen sich auf das aufwändige Planungsverfahren nördlich der Alpen. Sollte es dort zum Beispiel aufgrund von Gerichtsverfahren oder Bürgerprotesten zu Verzögerungen bei den Vorarbeiten kommen, könnte das Kernstück des Verkehrsprojekts, der Brenner-Basistunnel, vor den Schienennetzanschlüssen im Norden fertig werden. In diesem Fall dürfte es Jahre dauern, bis die erhofften Vorteile bei der Verlagerung des transalpinen Güterverkehrs auf die Schiene zum Tragen kommen.

Deutschlands Verbindung in den Süden

Die geplanten Tunnelröhren zwischen Innsbruck und Franzensfeste gelten schon jetzt als ein Jahrhundertbauwerk. Der Brenner-Basistunnel ist Teil der von der EU geplanten Hochgeschwindigkeitsstrecke zwischen Berlin und Palermo. Es ist das derzeit größte grenzüberschreitende Verkehrsprojekt zwischen Österreich und Italien. Experten gehen davon aus, dass es auch erhebliche Auswirkungen auf den Schienen- und Lastverkehr in Deutschland haben wird.

Mit einer Länge von rund 64 Kilometern soll der Tunnel eine weitere Transportachse des Schienenverkehrs in Nord-Süd-Richtung neben dem Gotthard-Basistunnel eröffnen. Nach der Fertigstellung soll die sogenannte Brennerbahn die beiden Städte München und Verona über eine Schienenstrecke von 425 Kilometern für den Personen- und Güterverkehr verbinden.

Quelle: n-tv.de

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