Wirtschaft
Auf gute Zinsen können Sparer schon seit Jahren nicht mehr bauen.
Auf gute Zinsen können Sparer schon seit Jahren nicht mehr bauen.(Foto: picture alliance / Oliver Berg/d)
Sonntag, 21. Mai 2017

Statistik zeigt Einbußen: Zinspolitik kostet Sparer 436 Milliarden Euro

Die Geldpolitik der Europäischen Zentralbank kommt die Deutschen teuer zu stehen. In den Jahren 2010 bis 2016 entgingen jedem Bundesbürger Zinseinnahmen in Höhe von 5317 Euro. Auch günstigere Kredite können diese Einbußen kaum wett machen.

Die Nullzinspolitik der Europäischen Zentralbank (EZB) kostet die deutschen Sparer 436 Milliarden Euro. Zu diesem Ergebnis kommt die DZ Bank in einer aktuellen Rechnung, die der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung (F.A.S.) vorliegt. Die Experten der Bank haben aus Daten der Bundesbank und anderen offiziellen Statistiken berechnet, wie stark die Zinseinbußen ausfallen, die die Deutschen durch die lockere Geldpolitik seit 2010 hinnehmen mussten.

Als Vergleichszeitraum dienten ihnen die Jahre 1998 bis Ende 2008. Ergebnis: In den Jahren 2010 bis 2016 entgingen den Deutschen Zinseinnahmen in Höhe von 344 Milliarden Euro - in diesem Jahr werden nach Schätzungen der DZ Bank noch einmal 92 Milliarden Euro hinzukommen. Insgesamt macht dies 436 Milliarden Euro, das sind im Durchschnitt 5317 Euro je Bundesbürger.

Die EZB-Politik hat auf der anderen Seite auch zu niedrigeren Zinsen für Kredite geführt. Diese Kreditersparnis, die die Deutschen zu ihren Gunsten verbuchen können, beziffert die DZ Bank für die Jahre 2010 bis 2017 auf 188 Milliarden Euro.

Unterm Strich bleibt aber immer noch eine Einbuße von 248 Milliarden Euro. Das sind im Durchschnitt 3024 Euro je Bundesbürger. „Deutschlands Sparer zahlen einen üppigen Teil der Rechnung für die lockere Geldpolitik der EZB“, sagte Stefan Bielmeier, Chefökonom der DZ Bank, der F.A.S.

Quelle: n-tv.de

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