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Kellerhals stänkert gegen Metro-Chef: Zoff bei Mediamarkt geht weiter

Nächste Runde in der Schlammschlacht um Media-Saturn: Miteigentümer Kellerhals zweifelt öffentlich an den Fähigkeiten von Metro-Chef Koch und wirft ihm Ideenlosigkeit vor. Überraschend kommt das nicht, denn bereits Kochs Vorgänger Cordes muss manche Breitseite des Gründers der Mediamarkt-Kette einstecken.

Der mit dem Mutterkonzern Metro im Clinch liegende Media-Saturn-Miteigner Erich Kellerhals greift erneut die Strategie von Vorstandschef Olaf Koch scharf an. "Herr Koch versteht etwas von Finanzen, aber nichts von Handel. Er hat keine zukunftsweisende Strategie, sondern will nur noch sparen, sparen und nochmals sparen", sagte Kellerhals dem "Focus".

Der Mediamarkt-Gründer stellt damit die Qualifikation des seit rund einem Jahr amtierenden Metro-Chefs, der zuvor die Finanzen des Handelsriesen verantwortet hatte, in Frage. Mit Kostensenkungen allein habe bisher noch kein Unternehmen reüssiert, merkte Kellerhals an. Auch Kochs Vorgänger Eckhard Cordes hatte er mehrfach harsch kritisiert. Metro lehnte einen Kommentar ab.

Gründer fürchtet Enteignung

So machen es alle: Mediamarkt-Gründer Erich Kellerhals auf dem Weg zur Premiere von "Cosi Fan Tutte" in Salzburg.
So machen es alle: Mediamarkt-Gründer Erich Kellerhals auf dem Weg zur Premiere von "Cosi Fan Tutte" in Salzburg.(Foto: picture alliance / dpa)

Metro und Kellerhals liegen seit Jahren im Streit um die Macht bei Media-Saturn. Kellerhals wirft Koch vor, ihm das Unternehmen wegnehmen zu wollen. "Er will mich enteignen, indem er meine Mitspracherechte durch juristische Spitzfindigkeiten auszuhöhlen versucht", sagte Kellerhals dem Magazin. Koch schlage nach außen hin zwar leisere Töne als sein Vorgänger an, in der Sache selbst sei er aber kompromisslos.

Erst vor wenigen Wochen hatte Kellerhals erklärt, die Expansion von Media-Saturn in China nicht zu unterstützen. Seine Gesellschaft Convergenta Invest GmbH werde sich aus der für die Expansion in China gegründeten Media-Saturn-Gesellschaft zurückziehen, hatte er mitgeteilt. Seine Entscheidung hatte Kellerhals mit der "mangelnden Investitionsbereitschaft der Metro" begründet.

Der Milliardär hält zwar nur einen Anteil von gut 21 Prozent an Europas größter Elektromarktkette, besitzt aber ein Vetorecht in allen wichtigen Entscheidungen. Als die Metro sein Vetorecht im März 2011 durch Gründung eines Beirats aushebeln wollte, der mit einfacher Mehrheit entscheidet, zog Kellerhals vor Gericht - und gewann zunächst. Vor dem Oberlandesgericht München errang Metro im August dann einen Etappensieg. Die Richter bestätigten dem Düsseldorfer Handelsriesen, dass die Einrichtung eines Beirats für operative Entscheidungen bei der Media-Saturn-Holding rechtmäßig war. Kellerhals legte gegen das Urteil Rechtsmittel ein.

Quelle: n-tv.de

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