Wirtschaft
Arbeitssuchende im spanischen Marbella.
Arbeitssuchende im spanischen Marbella.(Foto: REUTERS)

Südeuropäer fliehen vor Rezession: Zuwanderung steigt kräftig

Immer mehr Menschen aus europäischen Krisenländern suchen ihr Glück in Deutschland. Rezession und Massenarbeitlosigkeit sorgen dafür, dass vor allem aus Spanien, Portugal, und Griechenland mehr Zuwanderer in die Bundesrepublik kommen.

Die Wirtschaftskrise in Südeuropa lässt die Zuwanderung nach Deutschland erneut anwachsen. Während die Eurozone insgesamt in der Rezession steckt, steht Deutschland vergleichsweise robust da. Die Wirtschaft verliert zwar an Fahrt, das Bruttoinlandsprodukt legt aber immerhin zu.

Im ersten Halbjahr 2012 zogen 501.000 Menschen in die Bundesrepublik - das waren 66.000 und damit 15 Prozent mehr als im ersten Halbjahr 2011, wie das Statistische Bundesamt mitteilte. Bereits im vergangenen Jahr war die Zuwanderung im Vergleich zum Vorjahr mit 20 Prozent deutlich gestiegen.

Die meisten ausländischen Zuwanderer stammen aus der Europäischen Union, aus der 306.000 Menschen nach Deutschland zogen. Besonders auffällig war das Plus bei den Zuzügen aus Griechenland, Spanien und Portugal. Diese Länder sind von der Krise besonders stark betroffen – sie leiden unter tiefer Rezession, die immer mehr Menschen den Job kostet. In Portugal liegt die Arbeitslosenquote bei 15,8 Prozent, in Spanien und Griechenland bei knapp 25 Prozent. Die Jugendarbeitslosigkeit ist weitaus höher. Ein Ende der konjunkturellen Talfahrt ist nicht in Sicht.

Polen an der Spitze

Vor diesem Hintergrund kamen etwa 15.800 Einwanderer aus Griechenland nach Deutschland, das waren 78 Prozent mehr als im ersten Halbjahr 2011. Aus Spanien kamen rund 11.100 und aus Portugal knapp 5800 Menschen. Das ist ein Plus von jeweils mehr als 50 Prozent.

Augenfällig ist auch die Zunahme der Einwanderung aus Ungarn, das ebenfalls in erheblichen wirtschaftlichen Schwierigkeiten steckt. Von dort zogen insgesamt 25.000 und damit 46 Prozent mehr Menschen nach Deutschland als im Vergleichszeitraum. Die meisten Zuwanderer stammen allerdings aus Polen, aus dem Nachbarland kamen knapp 89.000 Menschen nach Deutschland.

Von den im ersten Halbjahr 2012 Zugezogenen sind 447.000 Ausländer, 54.000 haben einen deutschen Pass. Aus Afrika kamen zehn Prozent, aus Amerika zwei Prozent und aus Asien sieben Prozent mehr Menschen nach Deutschland.

Quelle: n-tv.de

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