Wirtschaft
Auf den Abstellgleisen wird's eng: Streikimpression aus Magdeburg.
Auf den Abstellgleisen wird's eng: Streikimpression aus Magdeburg.(Foto: dpa)

Lokführer streiken seit 2 Uhr: Zwei Drittel der Züge fallen aus

Seit der Nacht streiken die Lokführer. Sie erreichen ihr Ziel: Massenhaft Züge fallen aus - doch von einem Totalausfall kann keine Rede sein. Der Ersatzverkehr der Bahn stopft die größten Lücken.

Der Lokführerstreik trifft den Zugverkehr bundesweit hart. Der Deutschen Bahn gelingt es aber immerhin, rund ein Drittel der Züge fahren zu lassen. Für den Notverkehr gelten Ersatzfahrpläne. Viele Fahrgäste stiegen aber auf andere Verkehrsmittel um. Deshalb war die Situation auf den großen Bahnhöfen entspannt. Fahrgäste müssten sich zwar auf Ausfälle und Verspätungen einstellen, hieß es am Nachmittag bei der Bahn. Sie könnten aber trotzdem relativ verlässlich planen.

Größere Einschränkungen als im Fernverkehr, wo noch etwa jeder dritte Zug fuhr, gab es teils bei den Regional- und S-Bahnen. In einigen Regionen fielen laut Bahn drei von vier Zügen aus. In anderen konnten nach Angaben des Unternehmens 40 Prozent regulär fahren.

Am kommenden Wochenende wird es auch für Fußballfans schwieriger, zu den Spielen ihrer Teams zu kommen. Das Bündnis "Pro Fans" erwartet aber keine leeren Gästeränge in den Bundesliga-Stadien. "Fußballfans sind sehr erfinderisch", sagte Sprecher Sig Zelt. Einige versuchten nun, Mitfahrgelegenheiten zu bilden oder ein größeres Auto zu mieten.

Klage gegen Streik wohl kaum

Die Bahn entschied sich dafür, juristisch gegen den Streik vorzugehen. Sie beantragte beim Arbeitsgericht Frankfurt/Main eine einstweilige Verfügung. Das Gericht wollte in dem Eilverfahren noch am Donnerstag über die Rechtmäßigkeit des Ausstands entscheiden. Mit Blick auf frühere Entscheidungen stufte die Bahn die Erfolgaussichten selbst jedoch als eher gering ein.

Die Versorgung mit Benzin und Diesel soll auch während des Lokführerstreiks sichergestellt werden. "Die Belieferung der Tankstellen mit Kraftstoffen stellt auf jeden Fall eine logistische Herausforderung für unsere Unternehmen dar", sagte ein Sprecher des Mineralölwirtschaftsverbandes (MWV) in Berlin. Bislang sei es jedoch noch nicht zu Engpässen gekommen. Benzin und Diesel werden von den wenigen Raffinerien per Bahn zu Tanklagern gebracht. Von dort aus geht es per Lastwagen auf der Straße weiter zu den Tankstellen.

Quelle: n-tv.de

Empfehlungen