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Libor-Skandal und kein Ende: Zwei deutsche Banken in USA angeklagt

Am Referenzsatz Libor hängen Geschäfte im Volumen von mehreren Hundert Billionen Dollar. Eine kaum vorstellbare Summe - verglichen mit den bisher gezahlten Milliardenstrafen. Kein Wunder also, dass das Ganze wieder vor Gericht landet und deutsche Institute involviert sind.

Die US-Einlagensicherung FDIC verklagt die Deutsche Bank und 15 weitere Geldhäuser weltweit wegen Manipulation des Interbanken-Zinssatzes Libor. Das Verhalten der Institute habe bei 38 inzwischen abgewickelten Banken für massive Verluste gesorgt, teilte die FDIC mit. Der in New York eingereichten Klage waren eine ganze Reihe anderer vorausgegangen, mit der Banken für den internationalen Skandal zur Rechenschaft gezogen werden sollen. 

Cornelius Hurley, Professor an der University School of Law in Boston und früherer Berater des Federal Reserve Board, bezeichnete das Vorgehen des FDIC als ungewöhnlich und bislang beispiellos. Ihm sei bisher kein Fall bekannt, bei dem Verluste bei Finanzinstituten mit dem Libor-Skandal in Verbindung gebracht worden seien, sagte er.

Auch WestLB am Pranger

Zu den nun von der FDIC des Vertragsbruchs beschuldigten Instituten gehören neben der Deutschen Bank auch UBS, Credit Suisse, Barclays, Bank of America, Citigroup, HSBC Holdings, JP Morgan Chase, Royal Bank of Scotland, Rabobank, Lloyds, Societe Generale, Norinchukin Bank, Royal Bank of Canada und Bank of Tokyo-Mitsubishi UFJ sowie die WestLB. Die Banken lehnten eine Stellungnahme ab oder waren zunächst nicht zu erreichen.

Dem Libor kommt in der Finanzwelt große Bedeutung zu, weil zahlreiche Finanzprodukte im Wert von Billionen US-Dollar daran geknüpft sind. Aus einer Manipulation des Referenzzinssatzes könnten die Geldhäuser potenziell Gewinne schlagen. Regulierer gehen deshalb weltweit der Frage nach, inwieweit Banken und Einzelpersonen an der Manipulation des Referezzinses beteiligt waren. Bislang haben Finanzinstitute in diesem Zusammenhang weltweit bereits insgesamt 5 Milliarden Dollar an Strafe gezahlt.

Die Deutsche Bank hatte angekündigt, in diesem Jahr möglichst alle noch offenen Rechtsstreitigkeiten aus der Welt zu schaffen. "Dafür werden voraussichtlich weitere Kosten entstehen", hatte Co-Vorstandschef Jürgen Fitschen auf der Bilanzpressekonferenz gesagt.

Quelle: n-tv.de

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