Wirtschaft
Auf wackeligen Beinen: Immer mehr Anleger sehen Griechenland im kommenden Jahr den Euro verlassen.
Auf wackeligen Beinen: Immer mehr Anleger sehen Griechenland im kommenden Jahr den Euro verlassen.(Foto: REUTERS)

Unklare Refinanzierung: Zweifel an Athens Verbleib im Euro wachsen

Seit einigen Monaten springt die Wirtschaft im arg gebeutelten Griechenland wieder an. Treiber ist einmal mehr der Tourismus. Doch Anleger sind nicht überzeugt. Jeder zehnte Investor rechnet mit einem Abschied aus der Währungsunion.

Trotz anspringender Konjunktur rechnen so viele Investoren wie seit Jahresbeginn nicht mehr mit einem Austritt Griechenlands aus der Euro-Zone. 9,7 Prozent der fast 1000 befragten Anleger erwarten im kommenden Jahr einen Abschied des Krisenstaates von der Währungsunion, teilte die Investmentberatung Sentix zu ihrer monatlichen Umfrage mit. Das ist bereits der vierte Anstieg in Folge und der höchste Wert seit Januar.

"Die unklare künftige Refinanzierung des Landes sowie die Möglichkeit vorgezogener Neuwahlen im kommenden Februar haben hier die Wahrnehmung der Anleger geprägt", sagte Sentix-Analyst Sebastian Wanke.

Die Wirtschaft in Griechenland ist im Sommer so stark gewachsen wie in keinem anderen Euro-Staat. Das Bruttoinlandsprodukt stieg zwischen Juli und September um 0,7 Prozent zum Vorquartal. Auch 2014 insgesamt könnte nach sechs Rezessionsjahren in Folge erstmals wieder ein Plus stehen.

Griechenland muss sich bis zum 8. Dezember mit seinen Gläubigern auf die Bedingungen für einen Ausstieg aus dem Hilfsprogramm einigen. Gespräche in Paris mit der EU und dem Internationalen Währungsfonds (IWF) waren vorige Woche gescheitert. Hauptstreitpunkt ist der neue Staatshaushalt. Die Gläubiger rechnen anders als die Regierung in Athen mit einer Finanzierungslücke von zwei Milliarden Euro.

Quelle: n-tv.de

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