Wirtschaft
Zyperns Präsident Anastasiades will "keine Experimente mit der Zukunft des Landes" machen.
Zyperns Präsident Anastasiades will "keine Experimente mit der Zukunft des Landes" machen.(Foto: picture alliance / dpa)

"Keine Experimente": Zypern will den Euro behalten

Zyperns Banken öffnen nach zwei Wochen ihre Türen wieder ohne Schwierigkeiten. Der Unmut gegen die EU-Geldgeber und Deutschland ist groß, dennoch will Zyperns Präsident Anastasiades sein Land unbedingt in der Eurozone halten – die Gefahr einer Staatspleite seines Landes hält er für gebannt.

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Die Republik Zypern hat nicht die Absicht, die Eurozone zu verlassen. Dies erklärte Freitag der zyprische Staatspräsident Nikos Anastasiades. Er und seine Regierung werden "auf keinen Fall Experimente mit der Zukunft des Landes machen", sagte Anastasiades in Nikosia. Er reagierte damit auf Gerüchte und Erklärungen einiger Politiker, die Regierung habe vergangene Woche mit dem Gedanken gespielt, aus der Eurozone auszutreten.

Anastasiades sagte, die Gefahr eines Bankrotts sei gebannt. Die Situation sei nun "unter Kontrolle", sie habe aber "die Merkmale einer Tragödie". Anastasiades hatte sich am Donnerstag bei seinen Mitbürgern für deren besonnenes Verhalten bedankt. Die Zyprer hätten gezeigt, dass sie "es nicht nur wollen, sondern es auch können", ihr Land aus der Krise zu führen.

Kein Bankenansturm, keine Hysterie - die Wiedereröffnung der fast zwei Wochen geschlossenen Geldhäuser auf Zypern verlief auch am zweiten Tag reibungslos. Die Filialen öffneten auch am Freitag, ohne dass es Zwischenfälle oder größeres Gedränge gab, wie die Polizei mitteilte. Die Banken öffneten am Freitag zu den normalen Schalterzeiten um 08.30 Uhr Ortszeit (07.30 Uhr MEZ). Wie am Vortag blieb ein Massenansturm aus. "Alles läuft normal", sagte Dimiris Antoniou, Chef der Zweigstelle der Bank of Cyprus am zentralen Elefterias-Platz von Nikosia.

Am ersten Tag der Wiederöffnung seien nach seinen Informationen etwa 300 Mio. Euro abgehoben worden, etwa das Dreifache eines normalen Tages vor der Krise. "Wenn man bedenkt, dass die Banken seit fast zwei Wochen geschlossen waren, ist das nicht schlecht", sagte Antoniou. Vor den Zweigstellen in der Hauptstadt Nikosia hatten schon am Donnerstag zwar viele Menschen ungeduldig auf Einlass gewartet. Dank der Aufrufe, die seit dem Vortag im Radio und im Fernsehen ausgestrahlt wurden, bewahrten die Zyprer aber Ruhe.

Mit einem schwer bewachten Transport waren die zyprischen Banken am Vortag der Wiederöffnung mit Bargeld aus Reserven der Europäischen Zentralbank (EZB) versorgt worden, die bei der Bundesbank lagerten. Das sagte eine Bundesbank-Sprecherin auf Anfrage. Das Geld sei vom Flughafen Larnaka aus zur Zentralbank in Nikosia gefahren worden, berichtete die Tageszeitung "Kathimerini". Die Lieferung sei von Hubschraubereinheiten in der Luft gesichert worden.

Quelle: n-tv.de

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