Mecklenburg-VorpommernMinisterin findet nicht alle 179 Stiftungen in MV gut
Schwerin (dpa/mv) - Die mit der Stiftungsaufsicht in Mecklenburg-Vorpommern betraute Justizministerin Jacqueline Bernhardt (Linke) steht politisch nicht hinter allen Stiftungen. Dies bekannte sie anlässlich des 6. Landesstiftungstages am Samstag in Schwerin. "Und sollte ich als zuständige Ministerin auch politisch nicht hinter allen 179 Stiftungen gleichermaßen stehen, so darf das auf die Stiftungsaufsicht als Rechtsaufsicht keinen Einfluss haben", erklärte sie. Welche Stiftungen die Linken-Politikerin damit meinte, ließ sie offen.
In Mecklenburg-Vorpommern gibt es vergleichsweise wenige Stiftungen. In den letzten zehn Jahren ist ihre Zahl nach Worten der Ministerin um 20 auf 179 gestiegen.
Allein in diesem Jahr seien fünf neue Stiftungen genehmigt worden, berichtete Bernhardt. Dies sei ein gutes Zeichen für das Land, denn das Gros der 179 Stiftungen setze sich mit ihren Zwecken zum Wohle der Allgemeinheit ein. "Natürlich sind auch zum Beispiel Familienstiftungen darunter, die dauerhaft dem Interesse einer Familie dienen." Dies sei seitens der Stiftungsaufsicht auch nicht zu beanstanden.
Veranstaltet wird der Landesstiftungstag vom Landesnetz der Stiftungen in MV, dem nach Worten der Vorsitzenden Sebastian Kriedel gut 50 Stiftungen angehören. Ziel der Veranstaltung sei die stärkere Vernetzung der Stiftungen im Land, sagte er der Deutschen Presse-Agentur.
Den Hauptgrund für die schwach ausgeprägte Stiftungslandschaft in den östlichen Bundesländern sieht er in den zwei Diktaturen der Vergangenheit. Im Nationalsozialismus und auch in der DDR sei die Selbstständigkeit bürgerschaftlichen Engagements nicht erwünscht gewesen, sagte er der Deutschen Presse-Agentur. Es brauche mehrere Generationen, um das Ehrenamtliche und Bürgerschaftliche so zu stärken, dass sich Menschen auch finanziell langfristig für Dinge engagierten, von denen sie der Meinung seien, das schaffe der Staat alleine nicht.