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Depot-Check

Donnerstag, 15. Oktober 2009

n-tv Depot-Check 2009: Anlegerfehler aufgedeckt

Andreas Beck, Institut für Vermögensaufbau

Übertriebene Heimatliebe ist nur eine der vielen Anlegersünden.

Übertriebene Heimatliebe ist nur eine der vielen Anlegersünden.
(Foto: REUTERS)

Geldanlage betrifft fast jeden von uns. Ob 100 Euro Sparplan oder Millionenerbe, man möchte mehr aus seinem Geld machen. Leider zeigen Untersuchungen immer wieder, dass Privatanleger dieses Ziel nur selten erreichen. Häufig spielen dabei die folgenden Ursachen eine wesentliche Rolle:

1. Übertriebene Heimatliebe

Was man kennt erscheint risikoarm. Dabei geht es gar nicht darum, ob man etwas wirklich kennt, es reicht oft davon zu hören. Bekommt man zum Beispiel regelmäßig im Werbefernsehen eine bestimmte Zahnpasta präsentiert, so erscheint sie einem vertraut. Man kauft sie mit dem Gefühl der Sicherheit. Bei Aktien erscheinen analog bekannte deutsche Werte als recht sicher. Leider ist dies oft eine trügerische Sicherheit. Depots bestehend aus deutschen Aktien weisen häufig deutlich höhere Risiken auf als international gestreute Aktiendepots.

2. Starker Branchenfokus

Nicht nur in der Region, auch in der Branche wird selten breit gestreut. Immer wieder sehen wir, dass Anleger, die in einer bestimmten Branche arbeiten, auch bei ihren Anlagen diese Branche deutlich übergewichten. Aus dem Blickwinkel der Risikostreuung ist dies denkbar ungünstig. Wenn es in der Branche Probleme gibt, ist auf einmal nicht nur der Arbeitsplatz sondern auch das Aktiendepot in Gefahr.

3. Starker Herdentrieb

Natürlich ist es verlockend, bei guter Stimmung die Aktienquote zu erhöhen und bei schlechter Stimmung zu senken. Leider ist dies eine schlechte Strategie. All zu viele Anleger haben 2000 in Aktien umgeschichtet, um dann 2003 alles zugunsten von Garantiefonds zu verkaufen. Besser ist es, bei langfristigen Anlagen eine feste Aktienquote durchzuhalten.

4. Trennungsangst

Liegt eine Aktie im Minus trennt man sich nur ungern von ihr. Lieber klammert man sich an die letzte Hoffnung oder resigniert. Leider hat man mit dieser Strategie irgendwann nur noch Problemwerte im Depot. Deshalb sollte man sich bereits beim Kauf einer Aktie überlegen, welchen maximalen Verlust man bei dieser Aktie akzeptieren will. Wird diese Schwelle gerissen, sollte man diesen Verlust realisieren, so schmerzlich dies auch sein mag.

5. Fehlender Stil

Disziplin ist die halbe Miete. Anleger, die die letzten 10 Jahre eine konstante international gestreute Aktienquote gehalten haben, konnten immer positive Ergebnisse erzielen. Unabhängig davon, ob nun 30%, 70% oder 100% in Aktien investiert waren. Nur die konsequente Einhaltung der Strategie führte schon zum Erfolg.

6. Mangelhafte Streuung

Privatanleger neigen dazu, die Möglichkeit, Marktentwicklungen vorhersagen zu können, zu überschätzen. In der Realität treffen auch die Marktprognosen von Experten häufig nicht ein. Daher sollte man versuchen, sein Depot möglichst robust aufzustellen. Erreichen kann man dies über eine breite Streuung. International und über verschiedene Anlageklassen hinweg.

7. Risikoblindheit

Anleger kaufen gerne aus einer bestimmten positiven Erwartung heraus Wertpapiere. Heute dies und Morgen das. Kaufmotiv ist meistens allein die Renditechance. Um Renditen zu erzielen, müssen allerdings Risiken eingegangen werden. Portfolio­management ist damit zuallererst Risikomanagement. Gerade für den langfristigen Erfolg ist es damit notwendig, vor allem das Depotrisiko zu kontrollieren.

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