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Depot-Check
Das Gießkannenprinzip kann Anleger vor Verlusten schützen.

Das Gießkannenprinzip kann Anleger vor Verlusten schützen.
(Foto: picture-alliance / dpa/dpaweb)

Donnerstag, 15. Oktober 2009

n-tv Depot-Check 2009: Zu scheu zum Streuen

Private Investoren sind beim Geld anlegen oft inkonsequent. Die meisten sind zwar risikoscheu, verteilen ihr Vermögen aber gleichzeitig auf nur wenige Anlageformen. Damit erhöhen sie ungewollt das Risiko eines Verlustes. Zu diesem Ergebnis kommt eine aktuelle Studie, die auf dem sozioökonomischen Panel des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) basiert. Ursache für dieses irrationale Verhalten seien vermutlich mangelnde Kenntnisse, so das DIW.

Die beliebtesten Anlageformen in Deutschland sind demnach Sparbuch, Bausparvertrag und Lebensversicherung. Risikoreichere Anlagen werden meist erst dann gewählt, wenn der Bedarf an  Sicherheit und Liquidität gedeckt ist. Die meisten Haushalte (46 Prozent) halten zwei bis drei verschiedene Anlageformen. Portfolios aus vier und mehr Anlagearten sind mit 18 Prozent wesentlich seltener vertreten. Bemerkenswert ist, dass das Portfolio jedes fünften Haushalts lediglich aus einem einzigen Anlageprodukt besteht.

Unbewusste Risiken

"Wir haben bei unserer Analyse teilweise keine Übereinstimmung zwischen Risikostreuung und Risikobereitschaft gefunden", sagte DIW-Expertin Nataliya Barasinska, Mitautorin der Studie. "Im Gegenteil: Die Anleger mit der geringsten Risikobereitschaft haben in den seltensten Fällen ein dementsprechend breit gestreutes Anlageportfolio. Umgekehrt haben Anleger, die sich selbst als risikofreudig bezeichnen, eher ein komplett diversifiziertes Portfolio."

Wenig überraschend: In riskantere Anlagen wird generell eher investiert, je mehr sichere Anlagen bereits vorhanden sind. Viele private Anleger würden jedoch das Potential der Streuung nicht und nutzen es deshalb nicht entsprechend nutzen, so das DIW. "Gerade die risikoscheuen deutschen Anleger würden besonders davon profitieren, meint Nataliya Barasinska." Die Politik müsse mehr für die finanzielle Bildung der privaten Anleger tun.

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