Wirtschaft

Was von Zinsen übrig bliebDie Milliardengewinne der Bundesbank

09.03.2010, 12:19 Uhr
imageNikolas Neuhaus

Jahr für Jahr erwirtschaftet die Bundesbank milliardenschwere Überschüsse, ganz zur Freude des Finanzministers. Dabei ist ein hoher Überschuss nicht einmal Aufgabe der Bundesbanker.

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In den Tresoren der Bundesbank schlummern auch die Goldreserven des Bundes. (Foto: picture-alliance/ dpa/dpaweb)

Jahr für Jahr erwirtschaftet die Bundesbank milliardenschwere Überschüsse. Anders als bei einer Privatbank knallen jedoch nicht die Champagnerkorken in der Hauptverwaltung, auch auf üppige Boni dürften die Bundesbanker trotz des hohen Überschusses vergeblich warten. Ein hoher Gewinn ist nämlich nicht die Aufgabe der Bundesbank, sondern lässt sich im Rahmen ihrer Arbeit - salopp gesagt - kaum vermeiden.

Eine zentrale Aufgabe der Bundesbank ist die Versorgung der deutschen Banken mit Geld. Sie ist die Bank, an die sich Geschäftsbanken wenden, um kurzfristig Geld zu leihen. Solche kurzfristigen Kredite sind für die Banken jedoch nicht umsonst, sondern müssen, wie bei jedem anderen Bankkredit auch, verzinst werden. Wie hoch dieser Zinssatz ist, hängt maßgeblich von der Geldpolitik in der Euro-Zone ab. Mit ihm versuchen die Notenbanker, die Inflation durch angemessen hohe Zinsen zu begrenzen, ohne die Wirtschaft durch eine zu hohe Zinsforderung abzuwürgen.

Wenn die Bundesbank also durch Zinsen Geld von den Banken einnimmt, dann ist ihr Ziel dabei nicht die Gewinnmehrung, sondern die Umsetzung der Geldpolitik. Zinserträge machen den Löwenanteil des Bundesbank-Gewinns aus. Daneben kommt der Bundesbank auch die Aufgabe zu, die Gold- und Devisenreserven des Bundes zu verwalten, wobei ebenfalls Überschüsse anfallen.

Ab ins Konjunkturpaket

Grund zur Gram ist ein milliardenschwerer Überschuss freilich nicht. Zur Freude des Finanzministers fließt das Geld mit bis zu 3,5 Mrd. Euro in den Bundeshaushalt. Bislang wurden alle darüber hinausgehenden Gewinne eingesetzt, um die hohen finanziellen Lasten der deutsch-deutschen Wiedervereinigung abzuzahlen. Die schlummern im so genannten Erblastentilgungsfonds, dürfte jedoch bald abgegolten sein. Künftig sollen daher alle Bundesbank-Überschüsse oberhalb von 3,5 Mrd. Euro in die Finanzierung des Konjunkturpakets II fließen.

Ihren bisher höchsten Gewinn erzielte die Bundesbank im Jahr 1997. Damals erzielte sie einen Überschuss von 12,4 Mrd. Euro. In ungünstigen Zeiten können bei der Bundesbank auch Verluste anfallen, wie beispielsweise in den 1970er Jahren.