Wirtschaft
Freitag, 20. April 2007

Diamanten: Anlage mit Risiko

Diamanten versetzen fast jede Frau in Verzückung. Doch die edlen Steine sind ein teurer Spaß. So manch Ehegatte lässt sich eher zum Kauf überreden, wenn er Diamanten gleichzeitig als Geldanlage sieht. Inflationssicher, leicht zu transportieren und diskret vererbbar sollen sie sein - so steht es zumindest in der Werbung. Doch taugen Diamanten tatsächlich als Geldanlage?

Die Diamantenmetropole Antwerpen

Antwerpen gilt als Welt-Diamantenmetropole. Ein Mekka für alle, die von den funkelnden Steinen träumen. Nahe am Hauptbahnhof liegt das Diamantenviertel. Wer zuschlagen möchte, kann hier aus dem vollen Schöpfen: Auf einem knappen Quadratkilometer reiht sich ein Juweliergeschäft ans nächste. Auch professionelle Käufer kommen auf ihre Kosten: Sie decken sich mit Edelsteinwaagen und anderem Zubehör für den Handel im großem Stil ein.

Immerhin: 80 Prozent aller Rohdiamanten auf der ganzen Welt werden in Antwerpen gehandelt, rund die Hälfte aller fertig geschliffenen Steine wechseln hier den Besitzer. An vier Diamantenbörsen werden vor allem Kontakte geknüpft. Zwar besiegeln die Händler ihren Deal noch immer traditionell per Handschlag - ein dicht gefüllter Handelssaal aber ist heute eine Seltenheit.

Philip Claes vom Diamond High Council erklärt warum: „Heutzutage findet das Kaufen und Verkaufen in den Privatbüros statt. Dort ist es sicherer, Diamanten zu handeln. Dort sind überall Sicherheitsmaßnahmen wie Überwachungskameras. Aus diesen Gründen wird nicht mehr viel in den Börsen selbst gehandelt. Das passiert jetzt alles in den Büros.“

Die vier Cs

Der Wert eines Diamanten hängt von vier Faktoren ab, den sogenannten "four Cs": Carat, Cut, Colour und Clarity.

Je schwerer der Stein, desto besser. 1 Carat entspricht 0,2 Gramm.

Aufwändiger Schliff und gleichmäßige Form sind entscheidend, genau wie die Farbe:

Am begehrtesten sind weiße Steine - je gelber die Tönung, desto geringer der Wert.

Schließlich: Die Reinheit. Selbst der kleinste Einschluss wird unter dem Mikroskop sichtbar und mindert den Preis.

Philip Claes zur Bewertung eines Diamanten:

„Es ist die Kombination der vier Cs, die letztlich den Wert eines Diamanten bestimmt. Natürlich ist ein Diamant mit einem Karat und einer exzellenten Farbe und einem Exzellenten Schliff mehr wert als ein Diamant, der vielleicht zwei Karat hat, aber eine Farbe oder einen Schliff, der nicht so perfekt ist.“

Doch ein Laie kann das kaum bewerten – er muss die Einschätzung Experten überlassen. Institute wie der Diamond High Council stellen entsprechende Zertifikate aus.

Doch selbst ein gutes Belegpapier ist kein Garant dafür, dass man beim Wiederverkauf sein angelegtes Geld zurückbekommt: Einen organisierten Markt, wo Privatleute zu fairen Preisen handeln können, gibt es nicht.

Die Meinung des Anlage-Experten

Rohstoffexperte Klaus Breil sieht Diamanten daher nicht als Geldanlage an. Der Unterschied zwischen Kauf- und Verkaufspreis ist enorm:

„Bei Diamanten ist diese Spanne natürlich auch da, sie ist sicherlich sehr hoch im Vergleich zu Gold oder Platin oder anderen Rohstoffen. Sie ist vor allen Dingen nicht transparent, sie kann sich von einem Tag auf den anderen ändern.“

Quelle: n-tv.de