Jörg BohnDer Markt hat immer Recht!
Erfolgreich an der Börse ist, wer Respekt vor dem Markt hat und über die Disziplin verfügt, eine Strategie konsequent anzuwenden. Am vielversprechendsten ist dabei die Trendfolge.
Werden Aktien weiter steigen? Verhageln die Rohstoffe den Dividendentiteln 2010 die Show? Wann drohen steigende Zinsen, die der Wirtschaft schaden könnten? Mit fundamentalen Fragen wie diesen quälen sich Tag für Tag Tausende von Anlegern, die davon ihre Investitionsentscheidungen abhängig machen oder sich fragen, ob es nicht an der Zeit wäre, jetzt auszusteigen. Beeinflusst werden sie von den Machern von Finanzpublikationen, für die die Spekulationen über den künftigen Verlauf der Märkte das tägliche Brot darstellen. Doch um erfolgreich zu investieren, brauchen Anleger weder eine Glaskugel noch vermeintlich sichere Antworten. Nötig ist vielmehr „nur“ zweierlei: Demut vor dem Markt und eine Strategie, um dem Markttrend effektiv zu folgen.
„Ist der Begriff Demut bei der Geldanlage nicht deplatziert?“, wird der eine oder andere fragen. Nein, denn Demut ist an den Kapitalmärkten die bei weitem gesündeste Haltung: Wer anerkennt, dass der Markt immer Recht hat, leidet nicht nur weniger psychische Qualen, wenn der Trend gegen die eigene Position läuft, sondern erspart sich auch herbe Verluste, weil er rechtzeitig die Reißlinie zieht. Wer aber den Helden spielen oder schlicht „Recht“ behalten will, bezahlt das in der Regel teuer. Dabei ist das einzig rationale Motiv, sein Geld dem Wagnis der Kapitalmärkte auszusetzen, es zu vermehren - und dafür braucht es eine Strategie, die den Markt respektiert.
Das Hauptziel für uns ist es daher, bei den Aufwärtsphasen dabei zu sein und Verluste so weit wie möglich zu begrenzen. Unser computergestütztes Trendfolge-Modell sagt uns, wann die Märkte in mittel- und langfristige Aufwärtstrends eintreten. Erst wenn ein solches Signal entsteht, investieren wir – meist über günstige börsengehandelte Indexfonds (ETFs) - in risikoreiche Anlageklassen wie Aktien, Anleihen, Rohstoffe oder Währungen. Liegt ein Abwärtssignal vor, parken wir das Vermögen im risikolosen Geldmarkt. Auf diese Weise fällt im Schnitt nur ein Drittel der Verluste der Fonds an, die stets investieren, doch bei Aufwärtstrends sind wir frühzeitig mit dabei.
Eine einfache Rechnung macht klar, dass diese Strategie mehr Aussichten auf Erfolg hat als das Modell „Kaufen und Halten“, dem – bewusst oder unbewusst – noch immer viele Anleger folgen. Angenommen, ein permanent investierter Fonds verbucht einen Verlust von 45 Prozent, wie in der Finanzkrise oft geschehen, dann muss er nahezu 82 Prozent zulegen, nur um das Ausgangsniveau zu erreichen. Verzeichnet ein anderer Fonds hingegen nur einen Verlust von 20 Prozent, ist lediglich ein Anstieg von 25 Prozent nötig, um das vorherige Hoch zu erreichen. 25 und 82 Prozent – Sie ahnen, welcher Anleger die Nase vorn haben wird!
Der Autor Jörg Bohn ist Chefstratege der Vermögensverwaltung Artus Direct Invest und Experte des Internetportals Vermögensprofis.de.