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(Bild: dpa)
Freitag, 20. Januar 20122012-01-20 08:09:04
Hubert Thaler, Top Vermögen
Vergleichbare Produkte sollten in unterschiedlichen
Währungsräumen gleich viel kosten. Aus diesem Grund erfreut sich der vom
britischen Economist-Magazin veröffentlichte Big-Mac-Index großer Beliebtheit.
Lässt sich doch damit der faire Wert von Währungen anhand der Kaufkraftparität
ermitteln. An den Devisenmärkten gehandelte Währungspaare weichen jedoch häufig
hiervon ab!
Zum Beispiel das Euro/Dollar-Verhältnis. Die aktuelle
Schwäche des Euro gegenüber dem US-Dollar beschert deutschen Unternehmen gute
Wettbewerbschancen, die in Dollar abrechnen. Gerade im zivilen Flugzeugbau
stehen europäische Unternehmen im harten Wettbewerb mit US-amerikanischen
Konkurrenten und profitieren von einer Währungsverschiebung zu Gunsten des US-Dollar.
Das dürfte bei deutschen Exporteuren für verhaltenen Jubel sorgen. Gleichzeitig
droht der Euro als Wertaufbewahrungswährung an Attraktivität zu verlieren!
Wenn es also um die Sicherung des Vermögens geht, lohnt sich
der langfristige Blick auf Währungsverschiebungen. Zum Beispiel hat die
jahrzehntelange laxe Geldpolitik der US-Notenbank in Kombination mit einem
Außenhandelsdefizit in Rekordhöhe den Wert des US-Dollar gegenüber einer der
größten Gläubigerwährungen, dem japanischen Yen, in den letzten zehn Jahren
glatt halbiert.
US-amerikanische Sparer und Immobilienbesitzer wurden so durch
den Verfall des US-Dollar durch die Hintertür enteignet. Welch drastische
Ausmaße solch eine schleichende Enteignung annehmen kann, zeigt sich im
Außenwert der indischen Rupie oder dem brasilianischen Real, die seit 1980 rund
80 Prozent ihres Wertes gegenüber dem US-Dollar verloren haben.
Die Europäische Zentralbank hat hier in den letzten zehn
Jahren verhältnismäßig gute Arbeit geleistet und dem Schutz der Sparvermögen eine
hohe Priorität eingeräumt. Durch die Ausweitung der Geldmenge und die für die
deutsche Konjunktur deutlich zu niedrigen Zinssätze verschiebt die EZB aber zunehmend
das Stabilitätsprimat zugunsten einer kurzfristig opportunistischen
Konjunkturpolitik.
Auch wenn die meisten Anleger in Euro kalkulieren und ihre Ausgaben
verbuchen, sollten sie darauf reagieren und breiter in Währungsräume mit
politisch unabhängigen Notenbanken diversifizieren, die das Sparvermögen der
Anleger sichern und sich nicht für eine politisch forcierte Konjunkturpolitik
missbrauchen lassen! Mit einem Blick über den Eurorand hinaus lassen sich interessante
Anlageperspektiven in den Anleihe- und Aktienmärkten entdecken.
Der Autor Hubert Thaler ist Vorstand der Top Vermögen in Starnberg und München sowie Experte des Internetportals Vermoegensprofis.de
Quelle: n-tv.de