Wirtschaft

Per Direktansprache zum neuen Job: So läuft der erste Kontakt

Um an Wunschkandidaten heranzukommen, setzen mehr und mehr Personalabteilungen auf Direktansprache. Aber wie macht man Firmen auf sich aufmerksam? Und sollte man beim ersten Gespräch klären?

Im Büro mit dem potentiellen neuen Arbeitgeber verhandeln? Keine gute Idee. Meist erfolgt die erste Kontaktaufnahme per E-Mail.
Im Büro mit dem potentiellen neuen Arbeitgeber verhandeln? Keine gute Idee. Meist erfolgt die erste Kontaktaufnahme per E-Mail.

Ein Unternehmen schaltet eine Anzeige, Bewerber melden sich, einige werden eingeladen und am Ende bekommt der oder die Geeignetste den Job. So läuft Personalsuche klassischerweise und so funktioniert das in vielen Fällen auch ganz gut. Doch nicht immer ist es für Firmen die beste Lösung, auf Bewerber zu warten. Denn womöglich ist der geeignetste Kandidat gerade gar nicht aktiv auf Stellensuche. Dann ist das ein Fall für die Direktansprache.

Wie wichtig diese Form der Personalgewinnung inzwischen ist, zeigt eine Studie der Karriereplattform Experteer: Bei Stellen über 60.000 Euro Jahresgehalt gaben knapp 39 Prozent der befragten Unternehmen an, aktiv auf mögliche Kandidaten zuzugehen. Über 50 Prozent planen das zumindest für die Zukunft. Bei der Zielgruppe dürften sie offene Türen einrennen, auch das zeigt die Studie: Fast 97 Prozent der befragten Spitzenkräfte gaben an, sie hätten durchaus Interesse daran, auf offene Stellen angesprochen zu werden. Gute Chancen, ins Visier der Personaler zu geraten, haben Arbeitnehmer, die sich in Netzwerken wie Xing, Linkedin oder eben auf Plattformen wie Experteer präsentieren.

Erstkontakt übers Internet

Doch wie läuft das eigentlich, wenn der Headhunter klingelt? In den meisten Fällen klingelt er gar nicht, sondern er meldet sich online. Die erwähnten Netzwerke spielen hier eine wichtige Rolle, oft kommt der erste Kontakt aber auch über die private E-Mail-Adresse zustande. Nur 35 Prozent der befragten Recruiter greifen für die Kontaktaufnahme zum Telefon und meistens versuchen sie es dann über die private Handynummer. Ein Anruf im Büro dient lediglich dazu, einen späteren Gesprächstermin zu vereinbaren, schließlich ist Diskretion das A und O.  

Beim ersten Gespräch geht es dann zunächst darum, Grundsätzliches abzuklären - und darauf sollte man sich vorbereiten: Welche Firma ist das eigentlich, die an einem interessiert ist? Wo  ist der Einsatzort? Auf welchem Karrierelevel ist die Position angesiedelt? Externe Headhunter dürfen beim ersten Kontakt nicht immer verraten, für wen sie arbeiten. Sie schicken dann oft ein schriftliches und autorisiertes Jobprofil, anhand dessen man erst einmal grundsätzlich prüfen kann, ob der Job interessant sein könnte.  

Beim Gehalt ehrlich bleiben

Sind die Eckdaten geklärt, geht um weiter: Welche Qualifikationen werden für die Stelle vorausgesetzt und erfüllt man die überhaupt? Wie sieht es mit den Entwicklungsmöglichkeiten im Unternehmen aus? Die Frage nach Gehalt und Leistungspaket ist zwar berechtigt, sollte aber nicht gleich am Anfang stehen. Fragt der Recruiter, was man aktuell verdient, sollte man ehrlich bleiben. Wer nicht genau antworten will, nennt das Zielgehalt für den neuen Job.

Zu guter Letzt braucht man natürlich auch Informationen über den weiteren Verlauf. Der erste Anruf ist schließlich noch lange kein Einstellungsgespräch und in der Regel haben Personaler noch weitere Kandidaten in der Pipeline. Deshalb sollte schon frühzeitig geklärt werden, an welcher Stelle des Prozesses man sich gerade befindet und wie der Auswahlprozess weitergeht. Vielleicht stellt sich auch schon gleich beim ersten Gespräch heraus, dass Job und Kandidat nicht zueinander passen. Dann sollte man sich nicht auf Nimmerwiedersehen verabschieden, sondern vereinbaren, in Kontakt zu bleiben. Schließlich ist es sicher nicht die letzte offene Stelle, die per Direktansprache besetzt werden soll.

Quelle: n-tv.de

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