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Inside Wall StreetSell in May, and go … no way!!

08.05.2013, 06:51 Uhr
imageVon Lars Halter, New York
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(Foto: AP)

Die US-Börsen kennen derzeit nur eine Richtung: nach oben. Für Anleger stellt sich damit die Frage, ob sie eine bewährten Börsenweisheit ignorieren sollen - und lieber auf Warren Buffett hören.

Die Welt der Hochfinanz ist kompliziert und kann Anfänger und Experten verwirren. Gerne lässt man sich da von Sprüchen, Bauernweisheiten und der ein oder anderen Eselsbrücke durch den Börsendschungel helfen. Eine der alten Weisheiten lautet: "Sell in May and go away!" – Verkaufe im Mai und gehe in Deckung! Doch zur Zeit scheint darauf keiner zu hören.

Auch nach den ersten Maitagen ist der Aufwärtstrend an den globalen Börsen intakt. Nachdem man sich zuletzt ein wenig um den Bestand der Rallye gesorgt hat, könnte man fast sagen: Alles neu macht der Mai, denn mit dem Wonnemonat kam tatsächlich frischer Schwung auf das Handelsparkett. Der Dow Jones notiert stabil über 15.000 Punkten, in seinem Schatten legt der S&P 500 zu, und der Dax macht deutschen Anlegern mit Rekordständen Freude.

Wo bleiben die Verkäufe? Kommen die etwa noch? Die altbewährte Regel, im Mai zu verkaufen ist schließlich mehr als ein Spruch. Anders als sinnlose Weisheiten - wie etwa der Superbowl-Indikator - basiert die Mai-Warnung auf mehr als sechs Jahrzehnten trockener Statistik und der Tatsache, dass die sechs Monate von Mai bis Oktober an den Börsen für die schwächsten Gewinne sorgen. Seit 1950 hat der breite Markt für die Sommermonate ein Durchschnittsplus von 0,3 Prozent vorzuweisen – eine jämmerliche Rendite, verglichen mit den sechs Monaten von November bis April: für den Zeitraum steht ein historisches Durchschnittsplus von 7,5 Prozent zu Buche.

Buffett sieht steigende Kurse

Zumindest teilweise habe die gewaltige Diskrepanz mit dem traditionell schwachen Handelsvolumen im Sommer zu tun, sagen Experten. Ansonsten sind die Ursachen unklar – dafür ist durchaus bekannt, dass es in diesem Jahr einige handfeste Gründe gegen die Sommerflaute gibt. Zum einen kommt das steigende Anlagevolumen, das die Kurse treibt, seit geraumer Zeit von der Notenbank, die den Banken zinslos Geld leiht. Die Banken nutzen das Geld nicht etwa, wie geplant, um investitionsfreudigen Bürgern Kredite zu geben, sondern sie legen das Geld selbst an. An den Börsen, wo die Kurse klettern. Die Fed wird auch im Sommer die Zinsen nicht anheben, die Kohle wird weiter über den Banken-Umweg an die Wall Street fließen.

Zum anderen erholen sich der Arbeitsmarkt und – trotz einer eben angespannten Kreditlage – der Immobilienmarkt. Die jüngsten Konjunkturdaten zeigen ganz deutlich, dass sich die Lage in den USA verbessert, und das legt nicht gerade einen fallenden Aktienmarkt nahe. Sowohl die Analysten von J.P. Morgan als auch die Societe General haben sich in dieser Woche optimistisch für die nächsten Monate geäußert. Und Warren Buffett, Starinvestor mit dem Ruf eines Orakels, plädiert ohnehin für die lange Betrachtungsweise. Ihm sind saisonale Schwankungen egal und langfristig gäbe es keine bessere Investition als Aktien, sagte er gerade seinen Jüngern beim Berkshire-Hathaway-Treffen in Omaha.

Sell in May? – "No way", sagen die US-amerikanischen Anleger zurzeit.

Quelle: ntv.de