Wirtschaft Kurzmeldungen
  • Montag, 07. März 2016
  • Raimund Brichta blickt auf den Dax

    Geht's jetzt rauf?

    Börsenanalyse ist anspruchsvoll. Selbst wer einen Abschwung rechtzeitig vorausgesehen hat, wie ich zur Jahreswende, kann sich auf seinen Lorbeeren nicht ausruhen. Er muss vielmehr auch zur rechten Zeit erkennen, wenn die Chancen wieder größer werden als die Risiken.

    Für mich gibt es dabei nur eine Strategie: Ich schaue vor allem auf das Marktverhalten selbst und weniger auf das Nachrichtenflimmern rund um die Börse. Nur so konnte ich auch zum Jahreswechsel die Warnzeichen wahrnehmen und richtig deuten.

    In umgekehrter Richtung ist es nun ähnlich. Die Börsen senden Signale aus, die auf eine Entspannung hindeuten.

    Signal Nummer 1: An der Wall Street ist die Kurstalfahrt mehrmals in ein und derselben Region gestoppt worden. Das wichtigste Börsenbarometer der Welt, der S&P 500, testete damit viermal dasselbe Kursniveau: im vergangenen August, September, Januar und Februar. Starke Kräfte scheinen immer wieder verhindert zu haben, dass die Kurse darunter abrutschen.

    Signal Nummer 2: Beim Dax gelang den Bären Mitte Februar zwar vorübergehend der Durchbruch nach unten. Aber dieser Bruch wurde schon kurz darauf wieder ausgekontert. Damit hat auch der Dax ein starkes Signal gesendet.

    Zugegeben: Was es nicht gab, war ein eindeutiger Ausverkauf, ein Kapitulationstag der Bullen, wie wir ihn am 24. August des vergangenen Jahres gesehen hatten. Deshalb gestaltet sich die Situation dieses Mal etwas schwieriger. Aber auch das gehört zum Börsengeschehen, das eben nicht immer so einfach vorauszuberechnen ist.

    Bleibt die Krise aus?

    Hinzu kommt noch etwas: Wie mehrfach beschrieben, sehe ich die prekäre Lage einer größeren Zahl an Schuldnern, zum Beispiel in der amerikanischen Ölindustrie, als einen Hauptfaktor an, der hinter dem Kursrutsch der vergangenen zwei Monate steht. Eine solche Situation kann dadurch bereinigt werden, dass es zu größeren Unfällen kommt oder dass die Notenbank solche Unfälle verhindert oder dass sich die Marktbedingungen allgemein bessern.

    Inzwischen mehren sich die Anzeichen, dass schwerere Unfälle ausbleiben könnten - vorerst zumindest. Nicht nur, dass die US-Notenbank hinter den starken Kräften stehen könnte, die das Durchrutschen an der Wall Street verhindert haben. Nein, inzwischen gibt es auch Stellungnahmen von Notenbankern, die darauf hindeuten, dass sie von den Märkten "weichgeklopft" wurden und von weiteren Zinserhöhungen erst einmal absehen dürften.

    Der sich stabilisierende Ölpreis tut ein Übriges, in dem er die bedrängten Schuldner aus der Ölindustrie entlastet.

    Ich betone: Das heißt nicht, dass es keine große Finanzkrise mehr gibt. Aber es kann bedeuten, dass sie aufgeschoben wird. In mein persönliches Kalkül passt es ohnehin besser, wenn die nächste große Krise erst in zwei, drei Jahren auftaucht und nicht schon jetzt. Aber ich weiß natürlich, dass die Finanzmärkte kein Wunschkonzert abspielen, sondern dass man sich stets danach richten muss, welche Töne sie vorgeben.

    Das März-Phänomen

    Im Januar schrieb ich, dass wir aufgrund der unsicheren Lage in diesem Jahr mehr auf Sicht fahren müssen - so wie man das im Auto macht, wenn's neblig ist. Meine Sicht reichte damals ungefähr bis heute. Denn ich schrieb, dass die Börsen wahrscheinlich bis in den März hinein wackelig bleiben dürften.

    Hintergrund: Gerade im März - speziell in der ersten Monatshälfte - treten auffällig oft Extrempunkte an den Börsen auf. In diesem Jahr könnten wir den Tiefpunkt allerdings schon Mitte Februar gesehen haben. Börsen lassen sich eben nie exakt vorhersagen.

    Diese Anzeichen deutend, haben wir in unserem Wahre-Werte-Musterdepot schon am 18. Februar die Sicherheitsgurte gelockert und sind mit der Hälfte unserer Zielgrößen wieder eingestiegen. Die zweite Hälfte haben wir dann in der vergangenen Woche dazugelegt.

    Wie bereits im Januar avisiert, rechne ich nun mit einer Phase der spürbaren Erholung. Bis jetzt ist auch noch nichts erkennbar, das Anlass gäbe, von dieser Erwartung abzurücken. Sollte die Erholung also kommen, muss sich zeigen, ob es nur eine Zwischenerholung wird wie im Oktober und November, oder ob damit ein längerer Aufschwung beginnt.

    Ich persönlich sehe zwar gute Chancen, dass Letzteres der Fall sein wird. Aber ich lasse darüber in aller Ruhe den Markt entscheiden. In einigen Monaten sehe ich vermutlich klarer. Stay tuned!

    Ihr

    Raimund Brichta

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  • Freitag, 22. Juli 2016
  • Unternehmen
    Gewinnrückgang bei Syngenta

    Der starke Dollar und der langsame Start in die US-Anbausaison haben beim Schweizer Agrarchemiekonzern Syngenta Gewinn und Umsatz sinken lassen. Die Verkaufserlöse sanken im ersten Halbjahr um sieben Prozent auf 7,09 Milliarden Dollar, unter dem Strich stand mit 1,06 Milliarden Dollar 13 Prozent weniger Gewinn als ein Jahr zuvor, wie Syngenta mitteilte. Die geplante Übernahme des Konzerns aus Basel durch ChemChina werde trotz des schwierigen Prüfverfahrens vor allen in den USA bis Jahresende über die Bühne gehen, sagte der neue Firmenchef Erik Fyrwald. Der chinesische Chemieriese will für Syngenta 43 Milliarden Dollar auf den Tisch legen und hat die Frist für die Annahme der Offerte schon zweimal verlängert. (rts)

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  • Konjunktur
    Britische Wirtschaft geht auf Talfahrt

    Der Brexit-Schock hat der britischen Wirtschaft einen harten Schlag versetzt. Der Sammelindex für die Produktion in der Privatwirtschaft - Industrie und Dienstleister zusammen - fiel im Juli auf 47,7 Zähler von 52,4 im Vormonat, wie das IHS Markit Institut im Zuge einer ersten Veröffentlichung mitteilte. Das Konjunkturbarometer fiel damit unter die Wachstumsgrenze von 50 Zählern und notiert nun auf dem niedrigsten Stand seit April 2009. Der Einkaufsmanagerindex (PMI) für das verarbeitende Gewerbes fiel auf 49,1 Punkte von 52,1 im Vormonat, für den Dienstleistungssektor ging es noch steiler nach unten, auf 47,4 Zähler von 52,3 im Vormonat. (DJ)

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  • Unternehmen
    Vodafone übertrifft Erwartungen

    Der britische Telekomkonzern Vodafone hat dank einer leichten Erholung in Europa zu Beginn seines Geschäftsjahres besser abgeschnitten als gedacht. Konzernweit zogen die Umsätze aus eigener Kraft, also ohne Währungseinflüsse und Verkäufe, im ersten Quartal um 2,2 Prozent an, wie das Unternehmen mitteilte. Das war mehr als von Analysten geschätzt. Während die Schwellenländer weiter kräftig wuchsen, konnte auch das Europageschäft ein leichtes Plus aufweisen. Vor allem wegen Währungsschwankungen schmolz der Umsatz jedoch insgesamt um 4,5 Prozent auf 13,38 Milliarden Euro. In Deutschland gingen die Erlöse um 2,5 Prozent auf 2,59 Milliarden Euro zurück, weil weniger Endgeräte wie Smartphones und Tablets verkauft wurden. Der Serviceumsatz kletterte dank des wachsenden Kabelgeschäfts im Jahresvergleich um 1,6 Prozent. Im Mobilfunk erlöste die Düsseldorfer Tochter 0,3 Prozent weniger mit Sprach- und Datendiensten. Von Januar bis März war der Umsatz noch um leicht gestiegen. (dpa)

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