Wirtschaft
Wann fällt die Marke von 10.000 Punkten?
Wann fällt die Marke von 10.000 Punkten?(Foto: dpa)

10.000 müssen noch warten: Allzeithoch im Dax, aber nicht die Marke

Eine Woche arbeitet sich der deutsche Leitindex an der 10.000-Punkte-Schallmauer ab. Am Wochenschluss gibt es einen neuen Versuch. Insgesamt ist der Handel am Brückentag aber nicht für historisches gemacht. Zuviel Vorsicht ist am Markt.

Der Dax ist zum vierten Mal in fünf Handelstagen auf ein Rekordhoch geklettert. Zum Sprung über die psychologisch wichtige Marke von 10.000 Punkten reichte es am Freitag aber wieder nicht. "Der Markt wird sich bis zur Ratssitzung der Europäischen Zentralbank (EZB) in der kommenden Woche auf diesem Niveau halten", sagte HVB-Aktienstratege Christian Stocker.

Aus den USA kam keine Unterstützung. Die Wall Street eröffnete aufgrund zum Teil unbefriedigender Konjunkturdaten leicht im Minus, auch wenn der S&P-500 ein Allzeithoch markiert hat.

Der Dax ging mit 9943 Punkten aus dem Handel - unverändert. Das Tageshoch hatte er bei 9971 Zählern markiert - so hoch hatte der deutsche Börsenleitindex noch nie gestanden. Der MDax legte um 0,2 Prozent auf 16.951 Stellen zu. Der TecDax war mit 1292 Punkten und damit ebenfalls unverändert aus dem Handel gegangen.

An den Finanzmärkten gilt eine Zinssenkung als ausgemachte Sache. Uneins sind sich die Experten jedoch, ob die Währungshüter zusätzliche Maßnahmen wie Wertpapierkäufe oder zweckgebundene Kredite beschließen. "Sollte die EZB die Märkte enttäuschen, rechne ich mit einer negativen Reaktion der Aktien, die in den Sommermonaten anhalten könnte", fügte Stocker hinzu.

Banken fallen, Siemens auch

Auf der Verliererseite standen Deutschen Bank und Commerzbank, die sich um 1,4 beziehungsweise 0,7 Prozent verbilligten. Belastet wurden die Titel durch die deutlichen Kursverluste bei BNP Paribas, die sechs Prozent nachgaben. Der französischen Bank droht in den USA einem Medienbericht zufolge eine weitaus höhere Strafe wegen mutmaßlicher Verstöße gegen US-Sanktionen als bislang angenommen.

Spitzenreiter im Dax waren dagegen neben den Titeln der Deutschen Börse, die um 1,3 Prozent zulegten, die Aktien der Deutschen Telekom. Sie verteuerten sich um 1,1 Prozent. Der Konzern kommt dem milliardenschweren Ausstieg aus dem US-Mobilfunkgeschäft offenbar ein Stück näher. Die japanische Nachrichtenagentur Kyodo hatte unter Berufung auf Branchenkreise berichtet, dass die Deutsche Telekom dem Verkauf von T-Mobile US an Softbank zugestimmt habe. Einem Reuters-Bericht zufolge ist der Bonner Konzern bei dem geplanten Verkauf bereit, einen Minderheitsanteil zu behalten.

Siemens verbilligten sich um 0,3 Prozent. Konzernchef Joe Kaeser bezifferte die Zahl der geplanten Stellenstreichungen auf 11.600. Zudem soll die Medizintechnik-Sparte künftig separat geführt werden.

Bayer stiegen um 0,9 Prozent. Der Pharmakonzern meldete die EU-Zulassung für Nexavar zur Behandlung des differenzierten Schilddrüsenkarzinoms.

Quelle: n-tv.de

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