Wall-Street-VorschauAnleger bleiben in Deckung
In den USA neigt sich die Berichtssaison dem Ende zu. Für Gesprächsstoff könnten Zahlen von Einzelhändlern sorgen.
Die anhaltend hohe Arbeitslosigkeit und damit verbundene Sorgen um die Erholung der Wirtschaft in den USA dürften Anleger an der Wall Street in der kommenden Woche vorsichtig handeln lassen. Die Aufmerksamkeit wird sich zudem auf den am Dienstag anstehenden Zinsentscheid der Notenbank Federal Reserve richten.
Kaum ein Beobachter rechnet damit, dass die Fed am Nullzinsniveau schrauben wird. Doch erhoffen sich viele aus den Begleitkommentaren Hinweise auf die Einschätzung der konjunkturellen Lage in den USA. Im Mittelpunkt dürfte aber eine mögliche Fortsetzung des Wertpapierankaufs durch die Notenbank stehen. "Fed-Chef Ben Bernanke selbst hat sich für eine Ausweitung der Steuersenkungen aus der Bush-Ära ausgesprochen, weil - so wie er es formuliert hat - die Wirtschaft noch immer Impulse braucht", sagt der Marktanalyst Frank Gretz von Wellington Shields. Daher sei nicht vollkommen auszuschließen, dass die Fed in der kommenden Woche den Ankauf weiterer Hypotheken oder anderer Anlagen umsetzt.
Mit dem Instrument kann die Fed der Wirtschaft frisches Geld zuführen. Die Währungshüter hatten erst vor vier Monaten beschlossen, das gigantische Anleihekaufprogramm schrittweise auslaufen zu lassen. Konjunkturdaten fütterten aber zuletzt Sorgen, die größte Volkswirtschaft der Welt stehe vor weiteren Rückschlägen.
Auf Unternehmensseite geht es ruhiger zu als in den vergangenen Wochen. Die US-Berichtssaison flaut allmählich ab. Von Interesse sind in den kommenden Tagen vor allem die Quartalszahlen großer Einzelhändler. So legen etwa Nordstrom am Donnerstag und JCPenney am Freitag ihr Ergebnis vor.
Viele Investoren positionierten sich nach dem trüben Arbeitsmarktbericht vom Freitag für einen Kursrückgang und kauften verstärkt Put-Optionsscheine. Allerdings signalisierte der Fall des CBOE-Volatilitätsindex, dass sich die Nervosität an den Aktienmärkten gelegt hat und die Anleger nicht allzu besorgt sein müssen.