Wirtschaft
Mazda sorgt an der Börse für Gesprächsstoff.
Mazda sorgt an der Börse für Gesprächsstoff.(Foto: picture alliance / dpa)

Asiens Börsen atmen durch: Anleger nehmen Gewinne mit

In Athen fließen weitere Hilfsmilliarden, an Asiens Börsen die Gewinnmitnahmen. Die Notierungen von Nikkei und Co. fallen. Nach sieben Tagen im Plus und einem Gewinn von sechs Prozent ist das aber völlig normal, wie es am Markt heißt.

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Nach der Einigung auf ein neues Rettungspaket für Griechenland haben Anleger an der Tokioter Aktienbörse Gewinne mitgenommen. Auch an mehreren anderen Handelsplätzen in Fernost gab es am Dienstag leichte Verluste. "Die Einigung auf das Rettungspaket für Griechenland ist schon vom Markt eingepreist", sagte Yoshihiko Tabei von Kazaka Securities. "Maßgeblich ist nun, ob sich die US-Wirtschaft weiter erholt und ob der Yen weiter abwertet", ergänzte ein anderer Börsianer.

Der Euro stieg im Vergleich zum Dollar um ein halbes US-Cent, nachdem Einzelheiten bekanntwurden. Mit den neuen Krediten kann Griechenland einen Staatsbankrott zunächst abwenden. Private Gläubiger stimmten zu, über einen Anleihentausch auf einen Teil ihrer Forderungen zu verzichten.

In Tokio gab der 225 Werte umfassende Nikkei-Index um 0,2 Prozent nach auf 9463 Punkte. Beim breiter gefassten Topix betrug das Minus 0,3 Prozent auf 816 Punkte. In Erwartung einer Einigung waren die Aktienmärkte in den vergangenen Tagen gestiegen. So legte der Nikkei innerhalb von sieben Handelstagen um sechs Prozent zu. In Seoul und Hongkong bewegten sich die Leitindizes  kaum vom Fleck. Verluste gab es in Taiwan, während in Shanghai und Singapur die Optimisten die Oberhand hatten.

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Bei den Einzelwerten stand in Tokio der Autohersteller Mazda im Interesse der Anleger. Nach einem Bericht des Fernsehsenders NHK will das Unternehmen mit der Ausgabe neuer Aktien und Krediten an Geld gelangen. Die Kapitalerhöhung habe ein Volumen von umgerechnet 950 Mio. Euro. Die Kredite sollen demnach zusätzlich 665 Mio. Euro in die Kassen bringen. Die Aktien gaben um fast zehn Prozent nach.

Vor allem Exportwerte, die am Vortag noch stark gesucht waren, litten in Tokio unter Gewinnmitnahmen. Denso verloren 1,1 Prozent und Sony 1,4 Prozent. Auch Immobilienwerte büßten einen Teil der kräftigen Gewinne vom Monatsanfang wieder ein. Mitsui Fudosan verbilligten sich um 4,2 Prozent, Mitsubishi Estate um 2,4 Prozent und Sumitomo Realty & Development um 1,9 Prozent.

Eine optimistische Bemerkung von Analysten der Deutschen Bank verhalf dem Versandhändler Rakuten dagegen zu einem Plus von knapp drei Prozent. Die Experten führen das Papier nach wie vor auf der Kaufliste und halten das Unternehmen nach eigenem Bekunden für unterbewertet.

Airlines in Seoul im Fokus

Die Börse in Seoul schloss auf Vortagesniveau. Der Kospi ging kaum verändert bei 2024 Punkten aus dem Handel.

Aktien von Fluggesellschaften zählten zu den deutlichsten Verlierern, belastet von steigenden Ölnotierungen im Zuge des Irankonflikts. Korean Air Lines sackten um 6,4 Prozent ab, für Asiana Airlines ging es um 4,4 Prozent abwärts. Auf der anderen Seite des Tableaus fanden sich unter anderem Versorgerwerte, die sich von den Verlusten des Vortages erholten. Korea Electric Power legten um 1,2 Prozent zu, Korea Gas um 1,4 Prozent.

Gewinne in Shanghai

Die Börse in Shanghai erholte sich von frühen Verlusten wieder und schloss freundlich. Händler verwiesen auf Anschlusskäufe bei Banken- und Immobilienwerten nach der geldpolitischen Lockerung Pekings vom Wochenende. Für etwas Unterstützung habe auch die Einigung der Eurozone auf das lang ersehnte zweite Hilfspaket für Griechenland gesorgt. Allerdings sei das Ergebnis wie erwartet ausgefallen. Der Shanghai Composite Index legte um 0,8 Prozent auf 2381 Punkte zu, während der HSI in Hongkong 0,3 Prozent auf 21.479 Punkte gewann.

Immobilienwerte profitierten wie schon am Vortag am stärksten von der geldpolitischen Lockerung Pekings. China Vanke stiegen um 1,2 Prozent, Gemdale um 1,7 Prozent und Poly Real Estate um 2 Prozent. Gesucht waren auch Bankenwerte wie Bank of China, die 1,7 Prozent gutmachten oder Industrial & Commercial Bank of China mit einem Plus von 1,4 Prozent.

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Quelle: n-tv.de

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