Wirtschaft
Kommt jetzt die Jahresendrally?
Kommt jetzt die Jahresendrally?(Foto: picture alliance / dpa)

Auf Rally eingestellt: Anleger rechnen mit EZB-Geldspritze

Kommende Woche hagelt es Zahlen: Nicht nur die Schwergewichte Siemens, RWE und Eon, auch SMA Solar und Air Berlin öffnen ihre Bücher. Schon bald könnte auch Neues von der EZB durchsickern.

Nach dem "goldenen Oktober" an den Aktienmärkten rechnen Börsianer fest mit einer Fortsetzung der Hausse. "Wir haben zwar schon recht ordentlich zugelegt, aber sobald wir die 11.000er Marke im Dax geknackt haben, kann es ganz schnell gehen", sagt ein Aktienhändler. Dann seien auch die 12.000 Punkte bald in Reichweite.

Nach Einschätzung des Finanzmarkt-Experten Frank Wieser vom Vermögensverwalter PMP, müssen sich Investoren in der neuen Woche noch etwas gedulden. "Dieses 'Durchatmen' legt allerdings das Fundament für eine Jahresendrally des Dax, der dann noch erhebliches Potenzial hat." In der alten Woche war der deutsche Leitindex mehrfach an der 11.000er Marke gescheitert und pendelte um 10.900 Stellen. Im Oktober hatte er gut zwölf Prozent zugelegt.

EZB und Fed im Fokus

Schub für den Aktienmarkt erhoffen sich Anleger von der Ratssitzung der Europäischen Zentralbank (EZB) Anfang Dezember.

Die Notenbank werde voraussichtlich eine Ausweitung ihrer Anleihekäufe ankündigen. "Zusätzlich dürfte sie nicht länger einen Endzeitpunkt nennen und dadurch das Versprechen einer noch sehr lange extrem expansiven Geldpolitik untermauern", betont Commerzbank-Analyst Michael Schubert.

"Diese zusätzlichen Maßnahmen wird sie mit der Einschätzung begründen, dass die Inflationsrate sich dem Zielwert von knapp zwei Prozent deutlich langsamer annähert als bisher erwartet." Vor diesem Hintergrund werden Börsianer die Rede des EZB-Ratsmitglieds Erkki Liikanen am Dienstag auf entsprechende Hinweise abklopfen.

Auch die Äußerungen führender Mitglieder der Notenbank Fed werden Investoren auf die Goldwaage legen. Denn in den USA wird heftig über den Zeitpunkt der Zinswende spekuliert. Den Kursen an den Terminmärkten zufolge sehen Anleger die Wahrscheinlichkeit einer Zinserhöhung im Dezember aktuell bei knapp 60 Prozent.

Angesichts der gegensätzlichen Geldpolitik in den USA und der Euro-Zone werde der Euro in den kommenden Wochen wohl weiter abwerten, sagen Börsianer. Aktuell notiert die Gemeinschaftswährung knapp über ihrem Dreieinhalb-Monats-Tief von 1,0832 Dollar.

Wie kommt Chinas Wirtschaft voran?

Besonderes Augenmerk richten Investoren zudem auf die Konjunktur in China, da die Fed im September ihren Verzicht auf eine Zinserhöhung unter anderem mit der Schwäche der weltweit zweitgrößten Volkswirtschaft begründet hatte. Am Sonntag stehen die chinesischen Außenhandelsdaten und am Mittwoch die Industrieproduktion auf dem Terminplan.

Am Freitag folgen dann die US-Einzelhandelsumsätze und das von der Universität Michigan ermittelte Stimmungsbarometer der US-Verbraucher. Der private Konsum gilt als Hauptstütze der heimischen Konjunktur.

Bilanzsaison läuft auf Hochtouren

Auf Unternehmensseite brummt das Geschäft zur Wochenmitte: Am Am Mittwoch legen mit dem Düngemittel-Hersteller K+S, der Deutschen Post, dem Versorger Eon und dem Konsumgüter-Hersteller Henkel allein vier Dax-Werte ihre Zahlen vor. Am Donnerstag geht es weiter. Dann sind der Technologiekonzern Siemens, die Pharma- und Spezialchemiefirma Merck und der Stromerzeuger RWE an der Reihe. In der zweiten Reihe dürfte der Blick in die Bücher von SMA Solar und Air Berlin spannend werden, die am selben Tag ihre Bücher öffnen.

Aus den USA  von der Wall Street gesellt sich später am Tag auch noch der Netzwerk-Ausrüster Cisco dazu.

Eine Terminübersicht für die Woche finden Sie bei Telebörse.de oder ausführlich hier.

Es verspricht spannend zu werden!

Quelle: n-tv.de

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