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Träume sind Schäume.
Träume sind Schäume.(Foto: REUTERS)

Dax-Vorschau: Anleger träumen von 10.000 Punkten

Während Börsianer neuen Rekordständen entgegenfiebern, steht dem Frankfurter Aktienmarkt womöglich eine turbulente Woche bevor. Denn der Vorfreude auf geldpolitische Lockerungen durch die EZB kann ganz schnell Ernüchterung folgen.

Knackt der Dax in der kommenden Woche die magische Marke von 10.000 Punkten, oder knackt er sie nicht? Darauf dürfen Anleger tatsächlich hoffen. Denn die Europäische Zentralbank (EZB) macht mit der Aussicht auf noch weiter geöffnete Geldschleusen Appetit auf Aktien. Doch die hohen Erwartungen an die Sitzung der Notenbanker Anfang Juni bergen auch die Gefahr von Enttäuschungen - Börsianern zufolge könnte dem Aktienmarkt deshalb in der neuen Woche die Puste ausgehen.

"Der Dax-Rekord von 9810 Punkten ist nicht der Beginn eines neuen Aufwärtstrends", sagt Commerzbank-Stratege Andreas Hürkamp. Denn Risikofaktoren wie die zuletzt schwächere Wirtschaftsentwicklung in China und der Ukraine-Konflikt schwelten weiter. Der Höhenflug stehe auf schwachem Fundament, sagt auch Helaba-Stratege Markus Reinwand. "Angesichts hoher Bewertungen und verhaltener Gewinnperspektiven besteht kaum noch Luft nach oben."

Schon in der abgelaufenen Woche traten die Anleger gegen Ende lieber auf die Bremse: Nachdem der Dax am Donnerstag mit 9810,29 Punkten ein neues Allzeithoch erreichte, fiel er am Freitag leicht zurück.

EZB könnte noch lockerer werden

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Analysten warnen, dass die Zeit der deutschen Outperformance zu Ende gehe. Ihre Argumente: Die Wirtschaft werde die alten Wachstumsraten nicht mehr aufrechterhalten können, die Aktienbewertung sei oben angelangt und der Wille zu Strukturreformen sei nicht mehr vorhanden, wie das letzte Rentenpaket der Bundesregierung zeige.

Dem Markt wird also nichts anderes übrigblieben, als auf die Suche nach neuen Kurstreibern zu gehen. Hier richten sich alle Hoffnungen auf die EZB. Völlig auseinander gehen dabei aber die Vorstellungen, was genau die Notenbank unternehmen wird.

Schließlich sei die EZB bislang nicht als aggressivste unter den Notenbanken aufgefallen, merken die Analysten der Helaba dazu an. Nun aber scheine ihre Devise "klotzen statt kleckern" zu heißen. Entsprechend überschlagen sich die Erwartungen der Marktteilnehmer und befeuern die Hausse der Rentenmärkte. Mögliche EZB-Aktionen könnten dabei die Senkung der kurzfristigen Zinsen in den Minus-Bereich umfassen, bis hin zu anderen Maßnahmen. Ganz am Ende der Palette könnte dann womöglich noch ein "Quantitative Easing" stehen, also der Ankauf von unbesicherten Anleihen der Staaten. Angesichts dieser hohen Erwartungen warnen die Helaba-Analysten, ein Enttäuschungspotenzial für die EZB-Sitzung im Juni sei damit durchaus gegeben.

Blick in die Ukraine

Investoren warten auch auf Hinweise, ob der Ukraine-Konflikt die Stimmung in der europäischen Wirtschaft nachhaltig getrübt hat. Am Donnerstag geben die Einkaufsmanagerindizes für das verarbeitende Gewerbe darüber Aufschluss, am Freitag der Ifo-Geschäftsklimaindex für Mai. Aus den USA stehen nur wenige Konjunkturdaten an, das Hauptaugenmerk liegt auf Zahlen zum Immobilienmarkt. Zudem werden am Mittwochabend die Protokolle der US-Notenbanksitzung im April veröffentlicht, die Einblicke in das momentane Meinungsbild innerhalb der Fed liefern werden. Die Fed will ihre Konjunkturhilfen im Herbst ganz einstellen und peilt Beobachtern zufolge frühestens Mitte 2015 eine Zinserhöhung an.

Im Auge behalten Anleger auch die Europawahlen. "Wir erwarten keine großen politischen Veränderungen durch die Wahlen", sagt ING-Experte James Knightley von ING. "Andererseits wird das Abschneiden der populistischen Parteien an beiden Enden des politischen Spektrums an den Finanzmärkten genau verfolgt werden." Sollten EU-Skeptiker Stimmen gewinnen, könnte das für Volatilität an den Märkten sorgen, sagt Ann-Katrin Petersen von Allianz Global Investors.

Starker Euro

Die Berichtssaison in Europa ist nahezu abgeschlossen. Die Ergebnisse der Euro-Stoxx-50 -Konzerne seien durchwachsen, zieht LBBW-Analyst Ralph Herre ein Fazit. Viele Ausblicke seien zurückhaltend ausgefallen. Besser lief es im europäischen Vergleich für die Deutschen: Die Mehrzahl der Dax-Konzerne bestätigten ihre guten Perspektiven, dennoch verwiesen fast alle auf die Herausforderungen eines starken Euro. Insgesamt hätten stark konjunkturabhängige Unternehmen gegenüber defensiven Werten wie Versorgern die Nase vorne gehabt, sagt Herre.

Kommende Woche stehen zudem einige Hauptversammlungen auf der Agenda. Bei SAP steht mit dem Umstieg auf das Cloud-Geschäftsmodell die größte Transformation der Unternehmensgeschichte bevor, mit der Umstrukturierungen und Stellenabbau einhergehen werden. Nach einem Gewinneinbruch zu Jahresbeginn hält sich die Führung der Deutschen Bank die Tür für eine neue Kapitalerhöhung weit offen. Das Geldhaus braucht ein dickeres Polster auch deshalb, weil es im Investmentbanking nicht mehr so rund läuft. Bei Lanxess können die Aktionäre den neuen Konzernchef Matthias Zachert das erste Mal in Aktion erleben. Für Diskussionsstoff dürfte mit dem von ihm forcierten Sanierungskurs gesorgt sein.

Quelle: n-tv.de

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