Wirtschaft
Sony und Olympus: Zwei Werte, die am japanischen Aktienmarkt gegen den Trend zulegen können.
Sony und Olympus: Zwei Werte, die am japanischen Aktienmarkt gegen den Trend zulegen können.(Foto: picture alliance / dpa)

Geldpolitik interessiert kaum: Anleger wollen Yen statt Nikkei

Die Bank of Japan dreht am Geldhahn. Das sorgt kurzfristig für Missstimmung am Devisen- und Hochstimmung am Aktienmarkt. Am Ende des Handelstages dreht sich das Blatt. Tech-Werte legen in Japan gegen den Trend zu, in Australien sind Minenwerte gefragt.

Die Ankündigung einer weiteren Lockerung der Geldpolitik in Japan hat den Tokioter Aktienmarkt am Dienstag nicht nachhaltig gestützt. Dort fielen die Kurse bis Handelsschluss sogar in negatives Terrain, nachdem das Maßnahmenpaket der japanischen Zentralbank, darunter ein Inflationsziel von zwei Prozent, dem Markt zunächst Auftrieb verliehen hatte. "Es war mehr oder weniger im Rahmen der Erwartungen und nicht enttäuschend. Es war aber auch nicht überragend, denn es hat Spekulationen gegeben, dass die Bank von Japan das ihr Mögliche tun würde", sagte Hiroshi Maeba von UBS.

Die Reaktion war daher eher verhalten - ganz nach dem Börsenweisheit "Buy the rumour, sell the fact". Am lautesten spielte die Musik am Devisenmarkt, wo der Yen eine kleine Rally zum Dollar hinlegte.  Der Yen, der zunächst noch auf über 90 Yen zum Dollar nachgegeben hatte, erholte sich kräftig. Der Dollar kostet nur noch knapp über 89 Yen.

In Tokio schloss der 225 Werte umfassende Nikkei-Index 0,3 Prozent im Minus bei 10.709 Punkten. Bereits vor der Entscheidung der Zentralbank war der Index ins Minus gerutscht, hatte dann aber zeitweise bis auf 10.859 Punkte zugelegt. "Der Markt hat das Ergebnis der Zentralbank zunächst gefeiert, aber keine der Maßnahmen war besonders überraschend", sagte ein Fondsmanager. Nach der Rally der vergangenen Tage hat es zuletzt einige Gewinnmitnahmen gegeben. Händler sehen trotz der Verluste die 11.000er-Marke beim Nikkei in greifbarer Nähe.

An den anderen wichtigen asiatischen Aktienmärkten spielte die japanische Geldpolitik keine Rolle. Die Indizes konnten sich von der Entwicklung in Japan daher abkoppeln und tendierten überwiegend im Plus. Der breit gefasste MSCI-Index für asiatische Aktien außerhalb Japans legte um 0,3 Prozent zu. Auch in Shanghai verlor der Leitindex.

Sony und Olympus gefragt

Bei den Einzelwerten in Tokio legten Aktien des Elektronikkonzerns Sony gegen den Trend 0,4 Prozent zu. Die Wirtschaftszeitung "Nikkei" hatte berichtet, das Unternehmen werde in Japan noch im Frühjahr eine neue Version des Tablets Xperia auf dem Markt bringen. Wegen Mängeln musste der Verkauf des Vorgängers im vergangenen Jahr gestoppt werden.

Ebenso ging es für die Olympus-Aktie um 6 Prozent nach oben, nachdem die Tokioter Börse den Titel von ihrer Überwachungsliste für ein mögliches Delisting gestrichen hat. Der Wert war im Dezember 2011 auf die Liste gekommen, nachdem ein Bilanzierungsskandal das Unternehmen erschütterte.

Minenwerte gesucht

Kaum verändert tendierte der australische Aktienmarkt, wo die Minenwerte aber Gewinne verbuchen. So ging es mit Rio Tinto um 0,9 Prozent nach oben und für Fortescue Metals Group um 2,2 Prozent. Der Minen- und Bauwert MacMahon Holdings spaing um 6,7 Prozent nach oben. Das Unternehme hat von Fortescue einen Auftrag im Volumen von 1,8 Mrd. Australischen Dollar erhalten.

In China verbuchten Aktien leichte Gewinne. Der Shanghai-Composite legte 0,1 Prozent zu, der HSI in Hongkong 0,3 Prozent. Die Aktie des in Hongkong ansässigen Immobilienunternehmen Sunac China Holdings fiel um 6,5 Prozent, nachdem der Konzern eine Kapitalerhöhung von 260 Mio. Dollar durchgeführt hat. Damit sollen Schulden bezahlt und Land aufgekauft werden

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Quelle: n-tv.de

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