Dax-VorschauAnleger zuversichtlicher
Erneut wird die Lage der US-Konjunktur den Handel in Frankfurt stark beeinflussen. Der deutsche Aktienmarkt wird auch in den kommenden Monaten volatil bleiben.
Der Zick-Zack-Kurs am Aktienmarkt wird sich wohl auch in der neuen Woche fortsetzen. Dominierendes Thema bleibt die Frage: Fallen die USA zurück in die Rezession oder nicht? In den vergangenen Wochen hatten Spekulationen auf einen Abschwung die Börsen weltweit tief ins Minus gedrückt.
Inzwischen ist aber auch eine zaghafte Zuversicht spürbar geworden. Vor allem die anziehenden Übernahmeaktivitäten, die moderate Bewertung der Aktien und die starke deutsche Wirtschaft werden von Experten als positive Faktoren genannt. In den USA würden immerhin wieder mehr Kredite vergeben, und Unternehmen seien verstärkt gewillt, neue Jobs zu schaffen.
"Ein Ausbruch des Aktienmarkts nach oben dürfte allerdings nur gelingen, wenn sich die Konjunkturskepsis für die US-Wirtschaft nachhaltig auflösen kann", schreiben die Experten der Landesbank Berlin. "Dies ist derzeit noch nicht in Sicht und auch die Schuldenkrise schwelt noch im Hintergrund." Deshalb werde der Aktienmarkt in den nächsten Monaten wohl weiter sehr volatil bleiben.
Im Wochenverlauf hat der Dax rund zweieinhalb Prozent gewonnen. Seit dem Hoch Anfang August bei 6386 Zählern war der Leitindex schon wieder um rund neun Prozent abgerutscht. Für das Jahresende sagen viele Experten inzwischen eine Rally voraus. "Das basiert auf der Annahme, dass bis dahin die Konjunkturdaten eindeutig positive Signale senden", sagt Jörg Rahn, Chief Investment Officer beim Vermögensverwalter Marcard, Stein & Co. Er kann sich vorstellen, dass es der Dax bis zum Jahresende noch auf 6700 Zähler schafft. Die Commerzbank prognostiziert sogar 6900 Punkte.
Hoffnung auf anziehende Umsätze
Der Kalender für die neue Woche ist übersichtlich. Am Montag bleiben die US-Börsen feiertagsbedingt geschlossen. Marcard-Experte Rahn weist darauf hin, dass nach diesem Labour Day in der Regel die Urlaubssaison als beendet gilt. "Dann dürften auch die zuletzt mauen Umsätze wieder spürbar anziehen."
Unter den Konjunkturdaten aus Deutschland werden die Juli-Statistiken zu den Auftragseingängen (Dienstag) und der Industrieproduktion (Mittwoch) veröffentlicht. Volkswirt Ralph Solveen von der Commerzbank geht davon aus, dass die Zahlen relativ schwach ausfallen werden. "Dies ist allerdings wohl kein Hinweis darauf, dass der kräftige Aufschwung der deutschen Industrie bereits jetzt endet. Vielmehr war hierfür wohl die Lage der Sommerferien ausschlaggebend."
In den USA legt die Notenbank (Fed) am Mittwoch ihr Beige Book über die wirtschaftliche Entwicklung in den vergangenen Wochen vor. "Es dürfte belegen, dass die wirtschaftliche Erholung zuletzt sehr verhalten war, der Arbeitsmarkt kaum Fortschritte gemacht hat und der Aufwärtsdruck auf die Preise gering ist", erwartet Marktanalyst Heinrich Bayer von der Postbank. "Insofern sollte es untermauern, dass die Fed wohl zunächst an ihrer sehr expansiven Geldpolitik festhalten wird."
Auf Unternehmensseite dürfte die Jahrespressekonferenz der Bayer-Pflanzenschutztochter Cropscience (Donnerstag) interessant werden: Investoren erhoffen sich Hinweise zu den Perspektiven an den Agrar- und Rohstoffmärkten. Am selben Tag legt auch die Lufthansa ihre Verkehrszahlen für August vor, Fraport folgt am Freitag, schon am Dienstag berichtet Air Berlin darüber.