Fed-Chef sorgt für gute LauneAsiatische Börsen ziehen an
Die asiatischen Anleger freuten sich über ausgesprochen gute Vorgaben von der Wall Street. Nach ersten Kurssprüngen setzten vereinzelt aber auch Gewinnmitnahmen ein.
Am Freitag war gemeldet worden, dass das Bruttoinlandsprodukt in den Vereinigten Staaten nur um 1,6 Prozent gestiegen war, was aber immerhin oberhalb der Markterwartungen gelegen hatte. Zudem hatte FED-Chef Ben Bernanke angekündigt, die US-Konjunktur notfalls mit einer weiterhin lockeren Geldpolitik stützen zu wollen.
Der japanische Aktienmarkt zeigte sich dank guter Vorgaben aus den USA sehr robust. Der Nikkei 225 stieg zwischenzeitlich um bis zu drei Prozent. In der zweiten Handelshälfte fanden aber wieder Gewinnmitnahmen statt, da einige Marktteilnehmer sich von dem halbherzigen Maßnahmenpaket der Bank of Japan zur Stützung der Konjunktur enttäuscht zeigten. Japans Leitindex gewann schlussendlich bei niedrigen Umsätzen 1,8 Prozent auf 9149 Punkte hinzu; der breitere Topix stieg um 1,2 Prozent auf 829 Zähler. Dabei wurden unter anderem die zuletzt stark gefallenen Technologiewerte gekauft. Hier legten Canon 2,4 Prozent und Fujitsu 2,2 Prozent zu; die Aktie von Kyocera gewann 2,6 Prozent hinzu. Im Autosektor stiegen Honda um 1,6 Prozent und Mazda um 2,1 Prozent. Toyota gaben dagegen 0,4 Prozent ab, nachdem die Aktie von der Citigroup auf „hold“ abgestuft worden war. Daneben sammelten die Anleger insbesondere die Versicherungswerte ein. Hier zogen Dai-Ichi Life um 5,5 Prozent und Sony Financial um 2,2 Prozent an. Die übrigen Finanzwerte blieben dagegen Underperformer. Hier stiegen Nomura um 1,5 Prozent; Mizuho Financial verloren dagegen 1,5 Prozent und Sumitomo Mitsui 0,3 Prozent.
In Korea verbesserte sich der Kospi um 1,8 Prozent auf 1760 Punkte. Hier stimulierten die guten Vorgaben von der Wall Street, aber auch ein Programm zur Förderung des heimischen Immobiliensektors. Sowohl die Auslandsinvestoren als auch die Institutionellen vor Ort gehörten zu den Zukäufern. Das neue Wohnungskauf-Förderprogramm stützte unter anderem die Bauwerte; hier sprangen GS Engineering um 5,4 Prozent und Samsung Engineering um 5,0 Prozent nach oben. Den Finanzwerten verschaffte diese Entwicklung ebenfalls Kursgewinne. KB Financial verbesserten sich um 3,1 Prozent und Woori Finance um 4,2 Prozent. Unter den Stahlkochern gewannen Hyundai Steel 3,8 Prozent hinzu; Posco stiegen um 2,6 Prozent, nachdem der Konzern die mehrheitliche Übernahme der Rohstoffhandelsgesellschaft Daewoo International gemeldet hatte. Weiterhin gesucht waren auch die Aktien der Schiffsbauer. Hier verbesserten sich etwa Hyundai Heavy Industries um 3,0 Prozent und Daewoo Shipbuilding um 4,0 Prozent. Unter den exportabhängigen Technologiewerten erholten sich Samsung Electronics um 1,3 Prozent und LG Electronics um 2,1 Prozent. Die Aktie des Speicherchip-Herstellers Hynix gab allerdings weitere 0,2 Prozent ab.
Auch der Aktienmarkt in Hongkong zeigte sich erholt, nachdem er zuvor sechs Handelstage in Folge nach unten gegangen war. Der Hang Seng Index verbesserte sich um 0,68 Prozent auf 20.737 Punkte. Bestimmend blieben die zahlreichen Quartalsberichte, die derzeit von den in Hongkong gelisteten Unternehmen eintreffen. Agricultural Bank of China etwa gaben nach Zahlen 2,0 Prozent ab. Das Institut hatte zwar einen deutlichen Gewinnsprung melden können. Allerdings berichtete die Großbank auch, die Vergabe von Hypothekendarlehen zwischenzeitlich komplett gestoppt zu haben. Unter den übrigen China-Banken verteuerten sich dagegen ICBC um 2,0 Prozent und China Construction Bank um 1,3 Prozent. Gesucht waren auch die Rohstoffwerte. Hier verbesserten sich die Papiere des Kohleminenbetreibers China Shenhua nach ansehnlichen Zahlen um 1,8 Prozent; Jiangxi Copper zogen um 4,4 Prozent und Aluminum Corp. of China um 1,5 Prozent an. Die Aktie von China Eastern Air legte 1,5 Prozent zu, nachdem die Fluggesellschaft im ersten Halbjahr ein Gewinnwachstum von 79 Prozent gemeldet hatte. Air China stiegen daraufhin um 1,6 Prozent und China Southern Air um 0,3 Prozent. Im Telekom-Sektor kletterten China Unicom um 2,5 Prozent nach oben. China Mobile gaben dagegen 1,2 Prozent ab. Zuvor waren Gerüchte umgegangen, dass die Vodafone Group ihren 2prozentigen Anteil an dem chinesischen Mobilfunkriesen abstoßen wolle.
In China stieg der Shanghai Composite Index um 1,6 Prozent auf 2653 Punkte. Taiwans TAIEX verbesserte sich um 0,2 Prozent auf 7741 Zähler. Indiens Sensex gewann bislang 0,1 Prozent auf 18.017 Stellen hinzu. In Thailand legte der SET bisher 0,9 Prozent auf 908 Punkte zu.