Wirtschaft
(Foto: REUTERS)

Ukraine verliert etwas den Schrecken: Asien-Börsen schieben Krim-Krise beiseite

Nach zuletzt vier Tagen im Minus und einem beachtlichen Rückschritt seit Jahresbeginn wagt sich der japanische Markt wieder in positives Terrain. In China belastet eine Preissenkung bei Kohle den Handel.

Nach den deutlichen Vortagesverlusten prägen moderate Aufschläge das Bild an den ostasiatischen Börsen. Zwar zeichnet sich im russischen-ukrainischen Konflikt um die Halbinsel Krim keine Entspannung ab, Anleger scheinen aber ihre schlimmsten Befürchtungen über einen möglichen Krieg zumindest kurzfristig beiseite geschoben zu haben.

Von einer echten Erholung kann aber keine Rede sein. Immerhin verliert der japanische Yen, der als Krisenbarometer die Risikoneigung unter Investoren signalisiert, an Attraktivität. Der US-Dollar steigt auf 101,64 Yen, nachdem am Vortag noch Wechselkurse um 101,23 Yen aufgerufen worden waren. Auch der Euro legt zur japanischen Landeswährung moderat zu.

Wirtschaftliche Auswirkungen bleiben überschaubar

"Die unmittelbaren und schlimmsten Auswirkungen aus der Risikoscheu der Investoren mit Blick auf die Krim dürften vorüber sein", sagt Marktstratege Norihiro Fujito von Mitsubishi UFJ Morgan Stanley Securities. Während der russische Aufmarsch auf der Krim weitergehe und der Westen nach diplomatischen Lösungen suche, scheine eine militärische Konfrontation unter Einbeziehung des Westens jedoch keine wirkliche Option zu sein, heißt es im Handel weiter. "Die ökonomischen Auswirkungen für den Rest der Welt bleiben damit überschaubar", sagt ein Händler in Tokio.

Dort steigt der Nikkei-225 im späten Geschäft um 0,3 Prozent auf 14.689 Punkte - beflügelt vom nachgebenden Yen, der die Wettbewerbsfähigkeit der japanischen Exportwirtschaft verbessert. Börsianer sagen, langfristig orientierte Investoren aus dem Ausland kauften sich ein und stützten damit die Kurse. Außerdem werde die Notenbank in Tokio eingreifen, sollte sich die japanische Wirtschaft abschwächen. Moderat nach oben geht es auch an den Börsen in Singapur, Hongkong und Sydney, wo der Handel bereits beendet ist.

Kohlesektor belastet Schanghai

Gegen den regionalen Trend verliert der Schanghai-Composite 1,0 Prozent. Belastet wird der chinesische Leitindex von Abgaben im Kohlesektor. Analysten verweisen auf Meldungen, wonach Shenhua Group die Preise abermals gesenkt habe. "Nicht alle Marktteilnehmer sehen in den möglicherweise anstehenden Wirtschaftsreformen etwas Positives", sagt Marktberater Guo Feng von Northeast Securities mit Blick auf den jährlichen Volkskongress. Kailuan Energy Chemical geben 2,4 Prozent und Yanzhou Coal Mining 2,2 Prozent ab. Auch Bankenwerte stehen in Schanghai unter Druck.

Die Aktie des Immobilienentwicklers China Vanke zieht um 10 Prozent (B-Titel) und 3,9 Prozent (A-Titel) an. Die Regulierungsbehörden haben einer Umwandlung der in Shenzhen gelisteten B-Aktien, die in Dollar denominiert sind, in in Hongkong gelistete H-Titel zugestimmt.

In Tokio zählen die Sektoren Immobilien und Export zu den Gewinnern. Canon gewinnen 1,3 und Tokyo Tatemono 4,0 Prozent. Panasonic klettern um 2,2 Prozent. Der Exportsektor profitiert vom etwas leichteren Yen.

Quelle: n-tv.de

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