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China knickt abrupt einAsien-Börsen schwächer

24.11.2009, 12:17 Uhr
imageGerhard Heinrich, EMFIS

Die guten Vorgaben von der Wall Street und die erfreulichen Daten vom US-Immobilienmarkt haben am Dienstag in Asien nichts mehr ausrichten können.

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Weitere Verluste in Tokio. (Foto: REUTERS)

Dort konzentrierten sich die Marktteilnehmer vielmehr auf die Entwicklung in China, wo die Regierung möglicherweise bald neue Maßnahmen zur Drosselung der immer noch hohen Bankenkreditvergabe ankündigen könnte. Chinas boomende Volkswirtschaft war zuletzt der Motor der wirtschaftlichen Erholung in ganz Asien.

Der japanische Nikkei verlor weitere 1,0 Prozent auf 9402 Punkte, und landete damit auf dem niedrigsten Niveau seit Mitte Juli. Der breitere Topix gab 1,1 Prozent auf 829 Zähler ab. Am Montag hatte an der Börse Tokio feiertagsbedingt kein Handel stattgefunden. Unter Druck standen unter anderem die Exporttitel, nachdem der Yen sich zuvor gegenüber dem Dollar wieder in die Nähe des bisherigen Sechs-Wochen-Hochs gearbeitet hatte. Dies brachte die Titel von Sony um 1,9 Prozent und von Kyocera um 1,3 Prozent nach unten. Im Autosektor verloren Nissan 1,3 Prozent und Toyota 1,7 Prozent; die Aktie von Mazda Motor knickte um 3,2 Prozent ein. Daneben entwickelten sich auch die Finanzwerte schwächer. Hier befürchteten die Marktteilnehmer weitere Kapitalerhöhungen, nachdem einige Institute bereits angekündigt haben, frische Mittel im Umfang von mehreren Milliarden Dollar einsammeln zu wollen. Sumitomo Mitsui Financial gaben 4,4 Prozent und Mizuho Financial 2,5 Prozent ab. Japan Airlines rutschten um 8,4 Prozent ab, und erreichten damit ein neues Rekordtief. Zuvor war bekannt geworden, dass Mitsui & Co ihr 11,7prozentiges Anteilspaket an der angeschlagenen Fluggesellschaft verkauft haben.

In Südkorea drehte der Kospi nach einer anfänglich guten Entwicklung wieder nach unten, und gab am Ende 0,8 Prozent auf 1606 Punkte ab. Dazu hatte insbesondere die schwache japanische Börse beigetragen. Daneben erklärten Händler, dass Südkoreas Leitindex bei 1630 Zählern derzeit auf Widerstand stoße. Wie bereits am Montag gehörten auch am Dienstag sowohl die Investoren aus Übersee als auch die heimischen Institutionellen zu den Verkäufern, so dass der Markt lediglich von den heimischen Privatanlegern gestützt wurde. Abschläge gab es unter anderem bei den großen Elektronikwerten. Hier gingen Samsung um 2,2 Prozent und LG um 1,9 Prozent nach unten; die Papiere von Hynix Semiconductor verloren 2,4 Prozent. Unter den Finanzwerten verbilligten sich Hana Financial um 2,9 Prozent und KB Financial um 0,6 Prozent. Woori Finance fielen um 2,2 Prozent, nachdem bekannt wurde, dass die Korea Deposit Insurance Group ein ansehnliches Aktienpaket an dem Finanzkonzern verkauft hatte. Die Papiere aus dem Autosektor entwickelten sich uneinheitlich. Während Hyundai Motor 0,2 Prozent abgaben, legten Kia Motors 1,7 Prozent zu. Daewoo Engineering & Construction knickten im Vorfeld des bevorstehenden Verkaufs der Baugruppe um 5,4 Prozent ein.

In Hongkong knickte der Hang Seng Index um 1,53 Prozent auf 22.423 Punkte ein, und gab damit die gestrigen Kursgewinne wieder ab. Der Kursverfall beschleunigte sich in der zweiten Handelshälfte nochmals deutlich, nachdem plötzlich auch die Börse Shanghai sichtlich nach unten drehte. Vor allem die Bankenwerte wurden gemieden. Hier rutschten Bank of China um 4,0 Prozent ab; Bank of Communications verloren 2,5 Prozent und ICBC 1,7 Prozent. Die Marktteilnehmer befürchteten, dass einige Institute Kapitalerhöhungen planen könnten, nachdem die chinesische Regierung die Branche gewarnt hatte, bei der Kreditvergabe die Eigenkapitalrichtlinien einzuhalten. Daneben wurden teilweise auch die Immobilienwerte in Mitleidenschaft gezogen. China Overseas Land verbilligten sich um 1,0 Prozent; Sun Hung Kai Properties fielen um 1,9 Prozent und Henderson Land um 2,3 Prozent. Im Rohstoffsektor gaben China Shenhua Energy 1,7 Prozent ab; CNOOC verloren 2,1 Prozent und PetroChina 1,8 Prozent. Gut behauptet zeigte sich die als defensiv geltende Aktie der Hong Kong and China Gas Company, die 1,3 Prozent zulegte. Daneben stiegen die Papiere des Modekonzerns Esprit um 2,2 Prozent, ohne dass neue Nachrichten vorlagen.

In China rutschte der Shanghai Composite Index um 3,5 Prozent auf 3223 Zähler ab. In Taiwan dagegen verbesserte sich der TAIEX um 0,4 Prozent auf 7715 Stellen. Der Sensex in Indien gab 0,3 Prozent auf 17.122 Punkte ab. In Thailand fiel der SET um 2,1 Prozent auf 676 Zähler.