Wirtschaft
Der schwache Won verleiht der Börse in Seoul Stärke.
Der schwache Won verleiht der Börse in Seoul Stärke.(Foto: dpa)

Samsung kann nicht mehr schocken: Asien sucht die Richtung

Ernüchternde Daten der US-Wirtschaft drücken die Stimmung im japanischen Aktienhandel. So halten Anleger vor dem anstehenden Arbeitsmarktberichts weiter die Füße still. An den anderen asiatischen Märkten sieht es freundlicher aus, in Seoul kann selbst der Gewinneinbruch von Samsung die Stimmung nicht trüben.

Stabilisierungsansätze nach dem schwachen Jahresauftakt und weiter fallende Kurse in Japan haben an den ostasiatischen Börsen das Geschehen bestimmt. Ein nennenswertes Plus schaffte indes allein die Börse in Seoul, wo der Kospi nach seiner leichten Erholung am Montag um weitere 0,3 Prozent vorankam. Ansonsten dümpelten die Kurse ohne klare Richtung vor sich hin.

Rückenwind erhielten die Aktien in Südkorea vom nachgebenden Won. Die Landeswährung verzeichnete bereits das dritte Tagesminus in Folge, womit sich die Wettbewerbsfähigkeit insbesondere im Vergleich mit Japan verbessert. Der Won hatte erst kürzlich ein Fünfjahreshoch zum Yen erreicht, was Spekulationen über eine Intervention der südkoreanischen Notenbank ausgelöst hatte. Zuletzt ging der Dollar mit 1.066,30 Won um, verglichen mit 1.065 am Vortag.

Keinen Beitrag zum Plus in Seoul leistete das Schwergewicht Samsung. Die Aktie gab leicht nach um 0,2 Prozent, nachdem das nach der Marktkapitalisierung größte Unternehmen des Landes angekündigt hatte, dass der operative Gewinn im vierten Quartal erstmals seit zwei Jahren wieder gefallen sein dürfte. Der Elektronikgigant hat vor allem mit einem nachlassenden Momentum im Smartphone-Geschäft angesichts des harten Wettbewerbs zu kämpfen. Im Handel war das allerdings so auch weitgehend erwartet worden bzw. bereits am ersten Handelstag des Jahres in den Samsung-Kurs eingepreist worden, als die Aktie um vier Prozent abgerutscht war.

Auf der Stelle traten die Kurse an den chinesischen Börsen. Sie wurden nach den schwachen Vortagen weiter im Zaum gehalten, zum einen von den zuletzt enttäuschend ausgefallenen Wirtschaftsdaten des Landes und zum anderen der Flut an anstehenden Börsengängen, die seit Beginn des neuen Jahres wieder erlaubt sind und viel Liquidität aufzusaugen drohen. Etwas unter Druck standen Bankenaktien wie China Construction Bank mit minus 1,7 Prozent. Hintergrund war Händlern zufolge ein von der Regierung entworfenes Rahmenwerk, mit dem das rasant wachsende Schattenbankensystem des Landes im Zaum gehalten werden soll. Das dürfte auch Einschränkungen der geschäftlichen Möglichkeiten zur Folge haben.

In Tokio ging es nach dem kräftigen Minus vom Vortag weiter bergab, wenn auch deutlich langsamer. Der Nikkei-Index verlor 0,6 Prozent auf 15.814 Punkte. Der Markt warte auf frische Impulse, hieß es. Womöglich kämen diese erst wieder von der Unternehmensberichtssaison, die aber erst Ende Januar Fahrt aufnehme, meinte Marktstratege Daisuke Uno von Sumitomo Mitsui Banking. "Die Aktien sind definitiv in eine Konsolidierungsphase eingetreten. Die Frage ist, wie lange sie dauert", bemerkte Chefstratege Tatsunori Kawai von kabu.com Securities.

Fortgesetzte Gewinnmitnahmen bei den währungssensitiven Exportwerten drückten beispielsweise Olympus und Nikon um gut zwei Prozent ins Minus.

Erneut gut lief es dagegen am Anleihemarkt in Tokio. Dort sanken die Renditen nach einer gut verlaufenen Auktion zehnjähriger Anleihen um weitere 2,5 Basispunkte auf 0,70 Prozent. Das Auktionsergebnis unterstreiche das weiter vorhandene starke Kaufinteresse an den vermeintlich sicheren Anleihen, sagte ein Teilnehmer.

Am Devisenmarkt herrschte bei den großen Währungspaaren relative Ruhe. Der Dollar bewegt sich mit 104,30 Yen auf dem Niveau vom Vortag. Wenig tat sich auch am Rohstoffmarkt. Die Preise für Öl und auch Gold bewegten sich um die Stände vom Vortag. Die Feinunze Gold kostete 1.242 Dollar, das Öl der US-Sorte WTI zuletzt 93,70 Dollar und die Sorte Brent wurde mit 107,39 Dollar gehandelt.

Quelle: n-tv.de

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