Wirtschaft
Stehe Schanghai eine schmerzhafte Korrektur bevor?
Stehe Schanghai eine schmerzhafte Korrektur bevor?(Foto: imago/China Foto Press)

Kommt der Schanghai-Crash?: Asien uneinheitlich

Die asiatischen Börsen finden keine gemeinsame Richtung. Während es in Tokio ordentlich nach oben geht, fallen die Indizes in Schanghai. Nach dem starken vergangenen Jahr warnen erste Experten hier nun vor massiven Gewinnmitnahmen.

An den ostasiatischen Börsen war keine einheitliche Tendenz auszumachen. Während sich die japanischen Aktien nach guten Vorgaben aus den USA und dank der wieder schwächeren Landeswährung Yen kräftig erholten, ging es in Schanghai deutlich nach unten. Allerdings hatten chinesische Aktien im vergangenen Jahr eine der besten Entwicklungen weltweit aufgewiesen, so dass hier Gewinnmitnahmen eine Rolle spielten.

Der Shanghai-Composite-Index fiel um 2,4 Prozent. Verkauft wurden vor allem Finanzwerte, die die jüngste Rally des Marktes angeführt hatten. Der Kurs der Agricultural Bank of China sank um 4,1 Prozent. Founder Securities verbilligten sich um 5,4 Prozent. Beobachter verwiesen zum einen auf die anstehenden Börsengänge, vor denen Investoren Gelder abzögen, um bei den Börsengängen reinvestieren zu können. Zum anderen werde die etwas schwächere Tendenz des Marktes in den vergangenen Tagen auch als Signal gedeutet, dass es an der Zeit sei, Positionen abzubauen, sagte Gerry Alfonso, Direktor bei Shenyin Wanguo Securities.

Die Analysten der Bank of America-Merrill Lynch (BoA-ML) warnten sogar vor einem Crash. Nach der Rally um über 50 Prozent, die der chinesische Markt 2014 erlebt habe, bestehe die Gefahr, dass Kleinanleger sich in Scharen aus Aktien zurückzögen. Der Umstand, dass sehr viele Aktien auf Pump gekauft worden seien, erhöhe das Risiko. Für BoA-ML ist der Aktienmarkt eines der größten Risiken für China im neuen Jahr.

An der Börse in Hongkong lief es erstmals in diesem Jahr besser als an der Schwesterbörse in Schanghai. Der Hang-Seng-Index stieg um 0,6 Prozent, getragen von Technologiewerten, die im Schnitt um rund 2 Prozent zulegten. Die Analysten der Credit Suisse sind überzeugt, dass 2015 für die chinesische Internetbranche ein großartiges Jahr wird. Mit den Banklizenzen, die Alibaba und Tencent erhalten haben, dürften sich der Branche neue Möglichkeiten eröffnen.

Im Fokus stand die Bank Standard Chartered. Sie zieht sich im Zuge ihrer Sparmaßnahmen aus dem Aktienhandel zurück, was der Aktie zu einem Plus von 2,9 Prozent verhalf.

Unterdessen gewann der Nikkei-225-Index in Tokio nach den jüngsten Einbußen 1,7 Prozent auf 17.167 Punkte. Der Dollar wertete wieder Richtung 120 Yen auf. Nachdem der Greenback am Mittwoch zeitweise unter der 119er Marke notiert hatte, stand er nun bei rund 119,80 Yen.

Das verhalf den Aktien exportorientierter japanischer Unternehmen zu Kursgewinnen. Toyota stiegen um 2,0 Prozent, Canon um 0,9 Prozent und Sony um 0,5 Prozent. Neue Geschäftszahlen von Fast Retailing, der Mutter der Bekleidungskette Uniqlo, kamen gut an. Die Aktie legte um 2,3 Prozent zu.

Unbeeindruckt von einer Gewinnwarnung zeigte sich in Seoul die Samsung-Aktie. Sie stieg um 0,5 Prozent. Für den Leitindex Kospi ging es allerdings um 1,1 Prozent nach oben. Der Gewinn von Samsung ist im Schlussquartal des vergangenen Jahres vermutlich das fünfte Mal in Folge zurückgegangen, teilte das Unternehmen mit.

Am Rohstoffmarkt scheint sich der Ölpreis weiter zu stabilisieren. Das Barrel WTI kostete im asiatisch dominierten elektronischen Handel 48,70 Dollar nach 48,65 im späten US-Handel am Mittwoch. Die europäische Sorte Brent notierte bei 50,95 nach 51,15 Dollar.

Davon profitierte die rohstofflastige australische Börse. Der S&P/ASX-200 stieg um 0,5 Prozent. Positiv aufgenommen wurde hier auch, dass in Australien im November so viele Baugenehmigungen erteilt wurden wie noch nie. Im Bergbausektor legten Rio Tinto und BHP Billiton um 2,4 und 1 Prozent zu.

Quelle: n-tv.de

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