Wirtschaft
Schlechte Stimmung in Tokio.
Schlechte Stimmung in Tokio.(Foto: AP)

Zahlreiche Minenfelder: Asien verzeichnet starke Kursverluste

China, Argentinien, Japan: Die konjunkturellen Unsicherheiten in der Weltwirtschaft bestimmen zu Wochenbeginn den Handel an den asiatischen Aktienmärkten. Der Nikkei verliert fast 400 Punkte.

Die Angst vor einer Verschärfung der Probleme in den Schwellenländern hat die Finanzmärkte in Ostasien fest im Griff. Nach dem schwachen Ausklang zur Vorwoche und zusätzlich belastet von schlechten Vorgaben der US-Börsen gaben die Indizes an den Börsen der Region auf breiter Front am Montag weiter deutlich nach.

In Tokio verlor der Nikkei-Index 2,5 Prozent auf 15.015 Punkte, nachdem er zwischenzeitlich erstmals seit November 2013 unter die 15.000er Marke gerutscht war. Zusätzlich belastet wurde die Stimmung in Japan von einem schwächer als erwartet ausgefallenen Exportwachstum im Dezember. "Hier braut sich ein perfekter Sturm zusammen. Insbesondere die Importe haben sich in den vergangenen zwölf Monaten auf einem höheren Niveau eingependelt, ausgelöst von der konsumgetriebenen Erholung in Japan und dem schwächeren Yen, der die Einfuhrgüter verteuert hat", so ein Marktteilnehmer.

Seit Jahresbeginn hat der Nikkei-Index bereits knapp 8 Prozent verloren. In Hongkong rutscht der HSI ebenfalls über 2 Prozent ab. In Südkorea verlor der Kospi 1,2 Prozent. Feiertagsbedingt nicht gehandelt wurde in Sydney.

Belastet wurde die Stimmung weiter von zuletzt schwach ausgefallenen chinesischen Konjunkturdaten, die Ängste vor einer harten Landung der chinesischen Wirtschaft schüren. Verstärkt wurde dies durch die Erwartung einer fortgesetzten Straffung der US-Geldpolitik. Die US-Notenbank wird darüber am Dienstag und Mittwoch entscheiden. Anleger befürchten, dass bei einer planmäßigen weiteren Rückführung der monatlichen Anleihekäufe um 10 auf dann noch 65 Milliarden Dollar der Abzug von Liquidität aus den Schwellenländern weitergeht oder sich noch verschärft. Das würde die Wachstumsprobleme in vielen Schwellenländern noch verschärfen, die jahrelang von der internationalen Geldschwemme profitiert hatten.

In der Vorwoche war es vor diesem Hintergrund in Argentinien zu einer massiven Abwertung des Peso und damit verbunden Sorgen vor Zahlungsausfälle des Schuldners Argentinien gekommen. Aber auch andere Währungen wie die türkische Lira fallen auf immer neue Rekordtiefs.

"Eine ganze Reihe von Problemen"

Hinzu kommt insbesondere die Angst vor drohenden Kreditausfällen in China. Am Freitag wird dort ein Kredit im Kohlesektor fällig, dessen Rückzahlung ungewiss ist und in den sowohl eine Bank wie auch eine Schattenbank des Landes verwickelt sind. Sollte es tatsächlich zu einem Zahlungsausfall kommen, könnte dies einen kräftigen Vertrauensverlust nach sich ziehen, zumal der Schattenbankensektor Chinas, in dem sich die Kredite massiv ausgeweitet haben, kaum reguliert ist. Am Kreditmarkt macht sich dies bereits in deutlich steigenden Kosten für die Absicherung gegen Zahlungsausfälle bemerkbar.

"Eine ganze Reihe von Problemen kommen derzeit zusammen", sagt Investmentstratege Shane Oliver von AMP Capital in Sydney. Für einige Zeit seien sie etwas in den Hintergrund gerückt gewesen, aber nun seien sie alle gleichzeitig auf einmal wieder da und es habe den Anschein, als gebe es Probleme in den Schwellenländern.
"Die Hauptfrage, die wir uns im Moment stellen, ist: Fließt Geld aus China ab, weil alle Welt glaubt, dass es in China zu einer Wachstumverlangsamung kommt?", fasst Marktexperte Kevin Foy von Maybank Kim Eng in Singapur die Stimmungslage zusammen.

Quelle: n-tv.de

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