Wirtschaft
Toyota lebt vom Export, ein schwacher Yen hilft dabei.
Toyota lebt vom Export, ein schwacher Yen hilft dabei.(Foto: picture alliance / dpa)

"Hoffnungszeichen für die Weltwirtschaft": Asiens Börsen feiern Konjunkturdaten

Mit einem versöhnlichen Wochenabschluss warten die Aktienmärkte in Fernost auf. In Japan greifen die Anleger vor allem bei Exportwerten zu, weil die jüngsten Kennzahlen der weltgrößten Wirtschaftsräume positiv stimmen. Selbst in Südostasien ist eine Erholungstendenz zu erkennen.

Ermutigende Konjunkturdaten haben zum Wochenschluss Asiens Börsen beflügelt. Die meisten Aktienmärkte gingen mit Kursgewinnen ins Wochenende. Die Aussicht auf ein stärkeres weltweites Wirtschaftswachstum drängte Sorgen in den Hintergrund, die US-Notenbank (Fed) könnte bei ihrer nächsten Zinssitzung im September den Ausstieg aus der ultralockeren Geldpolitik einläuten und in einem ersten Schritt das Volumen der monatlichen Staatsanleihen-Käufe reduzieren.

Die asiatischen Börsen folgten positiven Vorgaben aus den USA und Europa, wo die Kurse am Donnerstag deutlich zugelegt hatten. Der MSCI-Index für die asiatischen Aktienmärkte außerhalb Japans legte 0,6 Prozent zu und erholte sich damit von seinem Sechs-Wochen-Tief, das er am Donnerstag markiert hatte. An der Tokioter Börse schloss der Nikkei-Index 2,2 Prozent fester bei 13.660 Zählern, der breiter gefasste Topix legte knapp zwei Prozent zu. Ein schwächerer Yen stützte die Exportwerte. Investoren verwiesen zudem auf die anziehende Wirtschaft.

Die Einkaufsmanager in Europa, China und den USA hatten von besseren Geschäften berichtet. Dazu kamen ermutigende Daten vom US-Arbeitsmarkt. "Das sind positive Katalysatoren, weil diese Länder die wichtigsten Exportmärkte für Japan sind", sagte Toshihiko Matsuno von SMBC Friend Securities in Tokio.

Autowerte und Sony

Autowerte standen ganz oben auf den Kauflisten. Honda Motor rückten um 3,5 Prozent vor und Mitsubishi Motors stiegen um 3,4 Prozent. In der Zeitung "Nikkei" war zu lesen, dass der Konzern auf den Philippinen ein Automobilwerk bauen will. Toyota war die Aktie mit den höchsten Umsätzen und legte 3,5 Prozent zu. Bei Sony betrug der Anstieg ebenfalls gut 3 Prozent.

"Vor wenigen Tagen noch belasteten Sorgen über die Schwellenländer den Markt", erläuterte Isao Kubo von Nissay Asset Management. "Jetzt sehen wir endlich Hoffnungszeichen für die Weltwirtschaft." Die Anleger erinnerten jedoch gleichzeitig daran, dass dem Markt mit einem Ende der ultralockeren US-Geldpolitik schon bald wieder Verluste drohen könnten.

Fokus auf Minenwerte

Auch an den übrigen Marktplätzen zeigten sich die Anleger optimistisch, wobei noch immer der überraschend starke chinesische Einkaufsmanagerindex vom Vortag nachwirkt. Die Börse in Shanghai legte 0,3 Prozent zu, in Hongkong gewann der Leitindex 0,5 Prozent.

Stärker stiegen die Märkte in Sydney mit einem Plus von 1 Prozent und in Seoul mit plus 1,3 Prozent. In beiden Ländern machten auch Ergebniszahlen von Unternehmen die Kurse. In Hongkong stiegen die Papiere von Henderson Land Development rund 2 Prozent, nachdem ein leichter Anstieg des Nettogewinns ausgewiesen wurde. In Sydney gewannen Aktien des Hotel-Konzerns Crown Limited nach ebenfalls guten Ergebnissen 6,9 Prozent. Minenwerte profitierten von den freundlichen Konjunkturdaten der jüngsten Zeit und kletterten zwischen 1,3 und 3,1 Prozent.

Südoasten mit Gegenreaktion

An den südostasiatischen Börsen kehrte unterdessen nach einer turbulenten Woche etwas mehr Ruhe ein. Die Sorge wegen eines möglicherweise schärferen Kurses der US-Notenbank hatte hier im Wochenverlauf zum Teil panikartige Verkäufe ausgelöst. So summierten sich die Verluste für den indonesischen Markt seit Wochenbeginn auf 7,5 Prozent.

Auch in Thailand und auf den Philippinen wurde kräftig abverkauft. Am Freitag erholten sich die genannten Börsen, in Indonesien geht es um 1,3 Prozent nach oben.

Quelle: n-tv.de

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