Wirtschaft
In Tokio dominieren positive Vorzeichen.
In Tokio dominieren positive Vorzeichen.(Foto: REUTERS)

Die Stimmung steigt: Asiens Börsen legen zu

Gestützt von Hoffnungen auf eine baldige Lösung im US-Haushaltsstreit herrscht an den Finanzmärkten in Ostasien Erleichterung. In Tokio zieht der Nikkei zusätzlich angefeuert durch den weiter fallenden Yen deutlich an.

Die jüngste Bewegung im US-Haushaltsstreit hat die Anleger an den Börsen in Asien zum Wochenschluss optimistisch gestimmt: Die Kurse stiegen zum Teil auf den höchsten Stand seit mehreren Wochen. Die Bereitschaft der Republikaner, die Schuldengrenze etwas anzuheben, ermutigte die Investoren, hieß es. Dadurch könnten die Verhandlungen, die drohende Zahlungsunfähigkeit der weltweit größten Volkswirtschaft zu verhindern, sechs Wochen mehr Zeit erhalten.

Die meisten Fernost-Börsen verzeichneten vor diesem Hintergrund satte Gewinne. Der Tokioter Nikkei-Index schloss 1,5 Prozent fester bei 14.404 Punkten. Der breiter gefasste Topix gewann 1,6 Prozent auf 1197 Zähler. Der Index für die asiatischen Aktienmärkte außerhalb Japans stieg 1,3 Prozent und erreichte damit den höchsten Wert seit dem 19. September. Auch die chinesischen Börsen in Shanghai und in Hongkong legten deutlich zu. Der Markt in Südkorea gewann 1,2 Prozent.

Der Yen gab nach. Das verhalf japanischen Exportwerten zu Kursgewinnen: Nikon verteuerten sich um mehr als 4 Prozent, Panasonic legten knapp 3 Prozent zu. Angesichts der Hoffnungen auf eine Lösung in dem Haushaltsstreit wagten sich die Investoren wieder zurück in den Dollar und verlassen den als sicheren Hafen geltenden Yen.

Die Bereitschaft der Republikaner, die Schuldengrenze etwas anzuheben und so Zeit für Verhandlungen zu gewinnen, sei zwar nur ein kleiner Fortschritt, der dennoch den Markt beflügelt habe, sagte Stefan Worrall, Aktienexperte bei Credit Suisse in Tokio. "Die Kernfrage in der kommenden Woche ist, ob der Streit seiner Lösung einen Schritt nähergekommen ist."

Die Republikaner hatten ihre Vorschläge am Donnerstagabend Präsident Barack Obama vorgestellt. Das Gespräch brachte jedoch keine Lösung. Deswegen blieben Zweifel, ob es schnell zu einer Einigung kommt. Bis zum 17. Oktober muss die Schuldenobergrenze in den USA angehoben werden, andernfalls kann die Regierung nicht mehr alles Rechnungen bezahlen.

"Wir beobachten das Thema genau, wie jeder andere auch", sagte Michael Cuggino, Präsident und Fondsmanager bei Permanent Portfolio Funds. Die Verunsicherung am Markt sei groß, einige Investoren hätten inzwischen Aktien verkauft und horteten Bargeld. "Ich wünschte mir, wir könnten uns alle auf Konjunkturdaten und Unternehmenszahlen konzentrieren, aber leider handeln wir auf Grundlage dieser Seifenoper."

Quelle: n-tv.de

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